Erstellt am 05. März 2014, 10:23

von Michael Pekovics

Rohstoffe vor der Haustür. Bezirk Güssing / 18 Gemeinden des Ökoenergielandes wollen künftig ihre Schnittabfälle in Energie umwandeln. Dazu muss aber zunächst ein Rohstoffverband gegründet werden.

Plan. Mit Schnitt-, Hack- oder Mähgut von Kommunen oder privaten Haushalten soll künftig die Abhängigkeit vom Rohstoff Holz minimiert werden. Foto: Erwin Wodicka  |  NOEN, Erwin Wodicka / wodicka@aon.at
Von Michael Pekovics

Das Projekt „Rohstoffverband“ wurde genehmigt, jetzt geht es in die konkrete Umsetzungsphase. Bei der jüngsten Sitzung des Ökoenergielandes wurde das Projekt genauer vorgestellt.

Ziel: Abhängigkeit vom Rohstoff Holz minimieren

Geplant ist, dass künftig Gemeinden und auch private Haushalte ihr Schnittgut verkaufen können – schließlich steht theoretisch genug Biomasse zur Verfügung, aber nur eine sehr kleine Menge davon wird auch verwendet. Der Grund dafür liegt in den klein strukturierten Wäldern in der Region. Ziel ist, die Abhängigkeit vom Rohstoff Holz zu minimieren.

„Aktuell sind wir gerade dabei, eine Erhebung zu machen, welche Rohstoffe im Ökoenergieland überhaupt zur Verfügung stehen“, sagt Sebastian Koch, Mitarbeiter im Europäischen Zentrum für Erneuerbare Energie. „Das fängt an bei Gemeindewäldern, geht über Uferholz bis hin zu Schnittabfällen von privaten Haushalten.“

Stremer Ortschef: „Für die Gemeinden ergeben sich Vorteile“

Voraussichtlich werden in einigen Gemeinden Lagerplätze geschaffen, wo Private ihre Abfälle hinbringen können. Für die Gemeinden wiederum soll ein eigener Rohstoffverband gegründet werden, der zum Beispiel das Mähen von öffentlichen Wiesen organisiert und das geschnittene Gras dann auch einsammelt.

„Für die Gemeinden ergeben sich Vorteile, weil sie sich nicht mehr darum kümmern müssen. Und die Anlagen in der Region wären nicht mehr so stark vom Rohstoff Holz abhängig“, sagt Strems Bürgermeister Bernhard Deutsch (ÖVP). Auch Güssings Stadtchef Vinzenz Knor begrüßt die Initiative: „Grundsätzlich eine gute Sache für alle Beteiligten. Wie der Rohstoffverband dann im Detail aussehen wird, wird noch zu diskutieren sein.“

Das Land hat die Förderung des Projekts bereits zugesagt, derzeit sind 16 Gemeinden im Bezirk Güssing und zwei im Bezirk Oberwart mit von der Partie.