Erstellt am 19. November 2014, 07:22

von Michael Pekovics

Anzeigenflut gegen Vereine. In Rotenturm werden derzeit fast alle Vereine mit anonymen Anzeigen wegen Veranstaltungen eingedeckt. Zu Strafen kam es bisher noch nicht, aber die Verunsicherung ist groß.

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„Das ist so nötig wie ein Kropf.“ Bürgermeister Josef Halper schüttelt im Gespräch mit der BVZ über die aktuellen Vorgänge in seiner Gemeinde. Denn seit geraumer Zeit werden beinahe alle Vereine der Ortschaft mit Anzeigen wegen Veranstaltungen eingedeckt.

„Kein Verein traut sich, neue Events anzumelden“

„Der Sportverein, die Highlander, die Feuerwehr, das Kirchencafé – kaum ein Verein traut sich derzeit, neue Veranstaltungen anzumelden, weil sie Angst vor weiteren Anzeigen haben“, beschreibt Halper die Stimmung in seiner Ortschaft.

Ein Zusammenhang mit den Anzeigen des „Bündnis der Gastronomie Österreich“ (BDGA), das vor allem im Nordburgenland aktiv ist (

) und wegen derer bereits einige Veranstaltungen abgesagt werden musste, dürfte nicht bestehen.

„Wir hatten einen Fall, der vom BDGA angezeigt wurde, da waren seitenlange Abhandlungen dabei“, sagt Johann Grandits, zuständiger Referatsleiter der Bezirkshauptmannschaft. „Aber bei der Überprüfung hat sich heraus gestellt, dass alles rechtens ist.“ Grandits vermutet eher ein lokales Problem: „Da steckt etwas anderes dahinter.“

Anzeige wegen Friedenslicht: „Das ist schon sehr tief“

Feuerwehrkommandant Wolfgang Werderits wurde sogar schon nach Wien zur Einvernahme zitiert: „Wir wurden wegen des Friedenslichts und des Ausrückens am Karsamstag angezeigt, das ist schon sehr tief“, sagte Werderits im ORF-Interview.

Die BVZ fragte auch Gastronom Wolfgang Farkas, was er von der Sache hält: „Wenn ich etwas zu kritisieren habe, wie zum Beispiel das Pfarrcafé, dann sage ich das auch. Aber anonyme Anzeigen habe ich nicht notwendig. Schlussendlich geht es für mich um die Frage, wem das nützen soll? Ich bin seit 25 Jahren Wirt und weiß, dass bei all den Anzeigen vermutlich nichts rauskommen wird.“