Erstellt am 01. Dezember 2010, 00:00

„Roter Bus“ hat keine Zukunft. PERSONENNAHVERKEHR / Aufgrund von Absagen und Streichung von Förderungen durch Bund und Land, muss der Untere Pinka- und Stremtalbus eingestellt werden.

Die Forderung der SPÖ Güssing ist klar: »Wir möchten, dass dieses Güssinger Geld für einen kleinen ,Güssing-Bus' verwendet wird, der gezielt alle Ortsteile anfährt. Schluss mit der Geldverschwendung zu Lasten unserer Bürger«, fordert der Vize.  |  NOEN

VON SARAH WAGNER
REGION / Noch vor einigen Wochen hieß es seitens des Verkehrsverbandes Unteres Pinka- und Stremtal, der „Rote Bus“ sei gesichert. Doch nun kam es anders. Obmann, Bürgermeister Peter Vadasz (ÖVP): „Wir haben geglaubt, dass trotz der Einstellung der Bundesförderung das Land bei seinem Beitrag bleibt, aber nun wären es um 55.000 Euro weniger und das können wir unmöglich selber tragen.“

Bei der Sitzung am Dienstag, dem 30. November (nach Redaktionsschluss), stand die „Entscheidung über die Einstellung des Busverkehrs ab 1. Dezember 2010 aufgrund der neuen Fördersituation - Beschlussfassung“ auf der Tagesordnung. Danach sollen laut Vadasz nur noch Schülerkurse gefahren werden, diese aber „zumindest bis Jänner“.

Zusammenarbeit mit  Südburg wird angedacht

Was danach mit den zwei Bussen passieren soll, weiß Vadasz derzeit noch nicht. „Wir möchten das Untere Pinkatal nach wie vor an Güssing anbinden. Es gibt Überlegungen, in Zusammenarbeit mit der Firma Südburg die Linie in einer anderen Form weiterzuführen“, erläutert der Obmann. Der Vorwurf geht an Landeshauptmann Hans Niessl: „Der LH hat mir in die Hand versprochen, dass das Land bei der Förderung bleibt, was offensichtlich nicht passiert ist“, kritisiert Vadasz. Seitens des Büros des Landeshauptmannes weist man die Aussagen von Vadasz zurück und es war zu erfahren, dass derzeit „an Alternativkonzepten gearbeitet wird“.

SPÖ-Landesrätin Verena Dunst schiebt die Schuld den ÖVP-Gemeinden zu: „Es ist sehr schade, dass ich über die Medien erfahren habe, dass die ÖVP Gemeinden nicht mehr bereit sind, den ,Roten Bus‘ weiterzuführen. Die minus 18 Prozent (im Budget wurden sämtliche Ermessensausgaben um diesen Prozentsatz gekürzt) wären verhandelbar. Zusätzlich kommt, dass sich auch Oberwart finanziell am Roten Bus beteiligt hätte.“ Karl-Heinz Winkler, Geschäftsführer des „Roten Bus“, gibt sich zurückhaltend und möchte erst nach der Verbandsversammlung Stellung beziehen: „Wenn das Projekt aufhört, dann höre ich auch auf.“

In einer parlamentarischen Anfrage an Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) verlangt Bundesrat Walter Temmel (ÖVP) Aufklärung über die Streichung der Förderung für den „Roten Bus“. „Auf der einen Seite müssen wir immer mehr Milliarden in das steigende Defizit der ÖBB buttern, von denen der Bezirk Güssing überhaupt nichts hat. Auf der anderen Seite wird das Wenige, das wir haben, auch noch eliminiert. Das ist eine schreiende Ungerechtigkeit“, kritisiert Temmel.