Erstellt am 24. November 2010, 00:00

Roter Bus ist nur noch Politstreit. UNEINIGKEITEN /  ÖVP will den „Roten Bus“ in dieser Form behalten. Die SPÖ versteht die Streichung der Bundesförderung, weil „die Frequenz der Fahrgäste zu niedrig ist“.

Die Forderung der SPÖ Güssing ist klar: »Wir möchten, dass dieses Güssinger Geld für einen kleinen ,Güssing-Bus' verwendet wird, der gezielt alle Ortsteile anfährt. Schluss mit der Geldverschwendung zu Lasten unserer Bürger«, fordert der Vize.  |  NOEN

VON SARAH WAGNER

GÜSSING / Als große Ungerechtigkeit bezeichnet Bundesrat Bürgermeister Walter Temmel (ÖVP) die Streichung der Bundesförderung von 100.000 Euro für den Pinkatal-Stremtalbus durch Infrastrukturministerin Doris Bures (die BVZ berichtete).

„Im Jahr 2010 wurde die Buslinie von durchschnittlich 17 Passagieren pro Fahrt genutzt, über 500 Dauerkarten wurden ausgegeben. Die Mindestfrequenz von zehn Personen pro Fahrt wird daher erreicht“, ist Temmel überzeugt. Laut Ministerium wird eine Mindestbesetzung von zehn Personen verlangt. Temmel ist über die Anforderungen empört: „Das erreicht nicht einmal die beste Linie“, begrüßt aber „die finanzielle Zusage des Landeshauptmannes.“ Seitens des Landes gibt es eine Zusicherung der bisherigen Förderung in Höhe von 120.000 Euro.

Zehn Fahrgäste pro Fahrt  sind für Förderung nötig

Landesrätin Verena Dunst (SPÖ) hat andere Zahlen parat: „Die momentane Auslastung des ‚Roten Busses‘ ist zu gering. Aktuelle Zahlen des Bundesministeriums verdeutlichen die Situation. Beim ‚Roten Bus‘ liegt die durchschnittliche Auslastung bei drei Personen pro Bus. Das war einer der Hauptgründe, weshalb der Bund die 100.000 Euro ab
1. Dezember 2010 nicht mehr zur Verfügung stellen wird.“

Bürgermeister Peter Vadasz (ÖVP), Obmann vom „Roten Bus“, bestätigte, dass der Bus dennoch weitergeführt wird: „Die Förderabsage wird durch Einsparungen kompensiert. Wir werden voraussichtlich kleinere Busse kaufen und einen Kurs pro Tag streichen müssen.“

In der Stadt Güssing gibt es einen weiteren Streitpunkt in Sachen „Roter Bus.“ „Wir möchten nicht mehr länger zusehen, dass der ‚Rote Bus‘ Tag für Tag von Güssing über das Pinkatal und Ungarn nach Oberwart fährt und unsere Ortsteile und Stadt nicht ausreichend versorgt sind“, betont Vizebürgermeister Vinzenz Knor (SPÖ). Vor allem die Kosten der Gemeinde liegen den SPÖ-Verantwortlichen schwer im Magen: „Mit diesem Bus wandert die Kaufkraft in andere Bezirke ab und wir müssen dafür noch jährlich 56.000 Euro aus der Güssinger Gemeindekasse bezahlen“, sagt Knor weiter.