Erstellt am 27. Februar 2013, 00:00

Scheller Zug die Hauptstadt. Elektrifizierung der Bahnstrecke / Probebetrieb könnte im Sommer 2014 starten. In Zukunft könnte man von Jennersdorf in zweieinhalb Stunden mit der Bahn in Wien sein.

Von Carina Ganster

BEZIRK/UNGARN / Mit 120 Kilometer pro Stunde könnten die Jennersdorfer mit dem Zug über Ungarn nach Eisenstadt und in weiterer Folge nach Wien fahren. Was vor einigen Monaten noch Zukunftsmusik war, könnte nun schon bald in die Tat umgesetzt werden. Im Maßnahmenkatalog der Förderperiode 2014 bis 2020 stehen nämlich die Elektrifizierung der Bahnstrecke Szentgotthard - Jennersdorf und die Einrichtung von Schnellverbindungen von Jennersdorf über Szentgotthard, Körmend, Szombathely, Sopron, Eisenstadt in zwei Stunden und in weiterer Folge nach Wien in zweieinhalb Stunden.

Die Raaberbahn hat in den letzten Jahren von der staatlichen ungarischen Eisenbahngesellschaft MAV die Strecke von Sopron, über Szombathely bis Szentgotthard übernommen, ausgebaut, elektrifiziert. Gemeinsam mit Ungarn wurde das ETZ Projekt „Grenzbahn“ ins Leben gerufen, eine in diesem Rahmen erstellte Machbarkeitsstudie bereits eingereicht und inhaltlich genehmigt. Im Sommer 2014 ist angedacht, einen Probebetrieb von Szentgotthard nach Wien einzurichten. „Das soll ein Pilotprojekt werden, um zu sehen, wie die Pendler die Strecke annehmen. Wenn die Verbindung allerdings dauerhaft bestehen soll, dann muss man allerdings die finanziellen Möglichkeiten überprüfen und klären. Dafür werden laufend Gespräche mit der Raaberbahn geführt“, meint Verkehrskoordinator Peter Zinggl. Sowohl SPÖ als auch ÖVP fordern seit vielen Jahren die Elektrifizierung der Bahnstrecke.

„Wenn man über die Grenze blickt, sieht man zukunftsorientierte Investitionen im Bereich der Bahn. Das Ansiedeln von Betrieben wäre durch eine mögliche ,Just-in-Time Lieferung‘ auch einfacher, denn die Alternative – die S7 – ist durch Einsprüche und politische Blockaden noch immer nicht in Sicht“, meint Jennersdorfs Bürgermeister Willi Thomas.