Erstellt am 25. Juli 2012, 00:00

„Schlichtweg legendär!“. FREIZEIT / Freiluftparty in Güttenbach - ein Klassiker. Warum, das können sich die „Gründungsmitglieder“ zwar bis dato nicht recht erklären. Dafür aber, wie alles begann.

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VON VANESSA BRUCKNER

GÜTTENBACH / Wenn mir das jemand vor 43 Jahren gesagt hätte, ich hätt`s ihm nicht geglaubt.“ Sagt er so, der Rudi Wagner und an seinem Gesichtsausdruck erkennt man, dass der 59-Jährige es ernst meint. Dann huscht allerdings sofort wieder ein spitzbübisches Lächeln über das Gesicht des Güttenbachers, und der Teenie von damals ist wieder da. Das haben die anderen drei in der Runde übrigens auch noch immer gut drauf. Lächeln, scherzen und lustig sein. Ganz so, wie es sich für alte Hasen in der Partyszene eben gehört.

Rudi Wagner, Johann Obojkovits, Mathilde Radakovits und Monika Hejsz wissen nämlich, wie man feiert. Schließlich sind die vier die Gründungsväter und -mütter der mittlerweile legendären Freiluftparty in Güttenbach.

Erfolgszutaten: eine Wiese,  Holzbänke und ein Radio

Weit über 2.000 Leute pilgern einmal jährlich in die Marktgemeinde im südlichen Burgenland, um dort auf einer Wiese abzufeiern. Aber so richtig. Viel mehr ist es allerdings wirklich nicht. Eine Wiese, eine Bar, Holzbänke, ein Lagerfeuer - und aus. Keine hippen Live-Bands, stattdessen gibt`s Musik aus der Dose. „Hauptinitiator der ersten Party im Jahr 1969 war der damalige Theologe Werner Hochwarter, der die katholische Jugend im Ort betreut hat“, erzählt Johann Obojkovits, der damals 14 Jahre jung war. Ganz so „katholisch“ waren die ersten Parties damals allerdings nicht, wie die Vier verraten. „Bier wird es schon auch gegeben haben“, so Rudi Wagner lachend. „Aber so wie die Jugend heute, so wild haben wir es nicht getrieben – denk ich zumindest, ich kann mich da nicht mehr so gut daran erinnern“, meint Radakovits schmunzelnd.

Obojkovits: „Wir haben  all die Jahre durchgehalten“

Heute kommen die Jugendlichen aus allen Teilen des Burgenlandes, und darüber hinaus, zur Freiluftparty. „Ganze Busse fahren hierher“, so Wagner. „Die zelten bei uns im Garten und am nächsten Morgen, da findet man einige übrig Ggebliebene auf der Wiese liegen,“ berichtet Mathilde Radakovits.

Den Erfolg der Freiluftparty können sich die Vier noch immer nicht so recht erklären. „Früher kamen die Leute wegen Allerheiligen einmal im Jahr wieder in ihre Heimatstadt zurück, heute wegen der Party.“ Sieben Mal hat man innerhalb der Ortschaft schon die Location, also die Wiese, gewechselt. Aber ins Wasser gefallen ist die Veranstaltung bis dato noch nie. Johann Obojkovits bringt es auf den Punkt: „Der Opernball ist ausgefallen, aber wir, wir haben durchgehalten.“