Erstellt am 11. November 2015, 04:37

von Carina Ganster

Schloss Tabor vor Verkauf. Die elf Eigentümer wollen eine Neuaufteilung des Anteilsschlüssels. Investor soll Schloss übernehmen, jOPERA bleibt Generalmieter.

Das heute älteste Gebäude im Bezirk Jennersdorf war bis 1964 ständig bewohnt. Seit 2015 ist jOPERA Generalmieter des Schlosses.  |  NOEN, Carina Ganster
Die wohl bekannteste Kulturstätte im Bezirk Jennersdorf steht vor einer Neuübernahme. Die elf Eigentümer des Schlosses Tabor (siehe ganz unten) wollen eine Neuaufteilung des Anteilsschlüssels erwirken.

Geplant ist der Einstieg eines privaten Investors, der die Anteile der Gemeinden und Vereine übernehmen will. Auch wenn der Investor den Schlossbesitz übernehmen soll, bleibt jOPERA Generalmieter des Schlosses.

„Wir haben viel investiert und sind
jetzt an einem Punkt angelangt, wo
es den Gemeinden wirtschaftlich
gesehen nichts mehr bringt.“
Bürgermeister Helmut Sampt

Dass dieses Vorhaben allerdings noch in den Kinderschuhen steckt, weiß Helmut Sampt, Bürgermeister der Gemeinde Neuhaus am Klausenbach.

„Wir haben in den vergangenen Jahren viel investiert und sind jetzt an einem Punkt angelangt, wo es den Gemeinden wirtschaftlich gesehen nichts mehr bringt, weiterhin ins Schloss zu investieren. Die Gespräche mit einem Investor laufen bereits, eine Übernahme ist allerdings noch weit entfernt“, bestätigt Helmut Sampt. Frühestens kann diese nämlich im Jahr 2023 über die Bühne gehen, da dass Schloss Tabor bis dahin noch eine Förderquote erfüllen muss.

„Neuaufteilung wäre Weg in die richtige Richtung“

Dietmar Kerschbaum, jOPERA-Intendant und Generalmieter, ist der Neuaufteilung der Anteile am Schloss nicht abgeneigt.

„Die Neuaufteilung wäre ein Weg in die richtige Richtung, vor allem auch, weil wir dadurch Möglichkeiten haben, das Schloss noch mehr der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, als wir es bis jetzt ohnehin schon tun. Zudem wäre es eine finanzielle Entlastung für die Gemeinden, das wäre sehr zu begrüßen“, meint Kerschbaum, der allerdings von einem „langwierigen Prozess“ bis zur Übernahme spricht.

Auf keinen Fall will Kerschbaum eine Privatisierung des Schlosses. „Das habe ich schon einmal vor acht Jahren verhindern können und das darf auch jetzt nicht passieren“, sagt der jOPERA Intendant.

Die meisten Anteile am Schloss besitzt übrigens die Gemeinde Neuhaus am Klausenbach, dann folgt Jennersdorf. Über die Verkaufssumme wurde laut Ortschef Helmut Sampt Stillschweigen vereinbart.

Eigentümer:

  • Gemeinden: Neuhaus am Klausenbach, Mühlgraben, Minihof Liebau, St. Martin an der Raab, Jennersdorf.

  • Vereine: Kulturkreis Jennersdorf, Verschönerungsverein Neuhaus am Klausenbach, Obstbauverein Neuhaus am Klausenbach.

  • Zwei private Investoren und die Raiffeisenbezirksbank Jennersdorf.