Erstellt am 21. Dezember 2011, 00:00

Schüler können nicht nach Hause fahren. VERKEHR / Die Post hat zwei Nachmittagslinien gestrichen. Schüler haben keinen öffentlichen Bus für die Heimfahrt.

VON SARAH BAUMGARTNER

REGION / Tief betroffen zeigten sich die Bürgermeister von Großmürbisch, Kleinmürbisch, Inzenhof, Tschanigraben und Heiligenbrunn sowie die Direktoren der Ecole, des BORGs und der Hauptschule Güssing. Am Montag, dem 12. Dezember, wurden von einem Tag auf den anderen zwei Linien der Post AG zwischen Güssing und den erwähnten Gemeinden eingestellt.

Eingestellt wurden die beiden Linien, die um 17.10 und 18.13 Uhr von Güssing wegfahren. 83 Schüler der Güssinger Schulen, die Nachmittagsunterricht haben, aber auch Lehrlinge und andere Fahrgäste sowie Schüler aus Pinkafeld, Oberschützen, Stegersbach und Oberwart kommend, haben somit keine Möglichkeit mehr, nach 14 Uhr von Güssing nach Hause zu fahren. Auch Schüler der Landwirtschaftlichen Fachschule (LFS) und Polytechnischen Schule Güssing haben keine Möglichkeit nach dem Nachmittagsunterricht nach Hause zu fahren.

Erfahren haben es die mitfahrenden Schüler erst wenige Tage vorher durch die Buschauffeure der Postbusse. Die Schulen wie auch die Gemeinden wurden überhaupt nicht über die Einstellung des Kurses informiert. Laut Post wurden die Linien eingestellt, weil es zuwenig Fahrgäste gibt. Nun haben sich die Verantwortlichen zusammengeschlossen, eine Petition verfasst und unterschrieben an die zuständigen Stellen im Land, Bund, aber auch dem Unternehmen Post AG geschickt. Bereits in der ersten Woche der Umstellung kam es zu Problemen. „Wir mussten Schüler früher aus dem Unterricht entlassen, weil sie sonst nicht mehr nach Hause gekommen wären. Es gibt Schüler der LFS, die in der Region zur Miete wohnen und keine Eltern haben, die sie abholen können. Diese haben überhaupt keine Fahrmöglichkeit mehr“, heißt es seitens der Direktoren.

Die Verantwortlichen ziehen sogar in Betracht, völlig auf die Dienste der Post zu verzichten, wenn keine annehmbare Lösung gefunden wird. Auch das Faktum, dass die Einstellung mitten im Schuljahr durchgeführt wurde, stößt den Beteiligten sauer auf. Die Schüler müssen zu Schuljahresbeginn einen Anteil zur Schülerfreifahrt bezahlen: „Nach Rücksprache mit der Post können sich die Betroffenen einen Teil des Geldes zurückholen, aber das hilft niemanden weiter.“