Erstellt am 07. März 2012, 00:00

Schule will Unabhängigkeit. ENERGIE / Die Landwirtschaftliche Fachschule setzt im Energie- und im Lebensmittelbereich auf Selbstversorgung. Die steigenden Schülerzahlen unterstreichen Erfolgsweg.

Die Schüler helfen in der Küche mit und kochen Mittagessen für rund 140 Personen, darunter 100 Schüler, Lehrkräfte und Mitarbeiter der benachbarten Landwirtschaftskammer. Liegenfeld, Temmel und Müllner waren begeistert von der Motivation der Schüler. BAUMGARTNER  |  NOEN
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VON SARAH BAUMGARTNER

GÜSSING / Die Landwirtschaftliche Fachschule hat ein neues Ziel: Die Lebensmittel, die in der Schulküche benötigt werden, sollen künftig aus dem eigenen Betrieb kommen. Bereits jetzt werden Rohstoffe aus eigener Produktion verwendet. Brot und Gebäck werden selbst gebacken. Auch die Fleischproduktion soll im eigenen Stall erfolgen. Geschlachtet wird im Schlachthof Strobl in Ollersdorf. Schulleiter Gerhard Müllner erklärt: „Das Ziel ist, Getreide, Milch und Fleisch selbst zu produzieren.“ Beispielsweise werden Erdäpfel aus eigenem Anbau verarbeitet. „Unser Ziel ist es, die Genussregion mitzubetreiben, und dass wir zusätzlich Gänse, Hühner und Puten halten“, so Müllner. Auch im Bereich der Energie strebt man in der Schule nach Unabhängigkeit. „Ein energieautarker Bauernhof ist die Zukunft“, sagt der Schulleiter. Angedacht wird beispielsweise die Installierung einer Photovoltaikanlage.

Wie es aber nun mit den sanierungsbedürftigen Stallungen weitergeht, das steht wie schon vor einigen Jahren weiter in den Sternen. „In den kommenden zwei Monaten soll dazu eine Entscheidung fallen“, erklärt der zuständige Landesrat Andreas Liegenfeld. Rund vier bis fünf Millionen Euro würde nur die Erneuerung des Wirtschaftshofes kosten. Die Pläne wurden der Öffentlichkeit bereits 2007  präsentiert. Passiert ist seither nichts. Laut Liegenfeld ist es durch die Schließung der Fachschule in Neusiedl am See nun einfacher, finanzielle Mittel für Güssing aufzutreiben. „Wir hoffen auf europäische Fördergelder“, betont Liegenfeld und er verspricht: „Es bewegt sich was, es fallen Entscheidungen. Auch vom Landeshauptmann gibt es eine Zusage für Güssing.“ Derzeit versucht man, mit den vorhandenen Mitteln das Beste herauszuholen. Dass das erfolgreich ist, unterstreichen die steigenden Schülerzahlen. „Wir haben bereits jetzt 50 Anmeldungen für das Schuljahr 2012/2013, also dann insgesamt 117 Schüler. Vor allem die Mädchen werden in der Fachrichtung Pferdewirtschaft – neben der Fachrichtungen Landwirtschaft – immer mehr“, betont der provisorische Leiter Müllner.