Erstellt am 10. Januar 2012, 10:35

Sieben Anzeigen wegen verschwundener Katzen. Im Bezirk Güssing sind in den vergangenen Monaten laut der Tierschutzorganisation Vier Pfoten Dutzende Katzen verschwunden. Man sei aufgrund von Medienberichten und Anrufen von besorgten Besitzern auf die Problematik aufmerksam geworden, so eine Sprecherin.

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Laut Bezirkspolizeikommandant Ewald Dragosits habe sich das ganze relativiert: "Wir haben mit gestrigen Tag (Montag, Anm.) insgesamt sieben Anzeigen wegen abgängiger Katzen, fünf in St. Michael und zwei in Bocksdorf."

Von einem sogenannten Katzenfänger geht die Polizei nicht aus. "Wir haben bis jetzt keine Hinweise. Es hat nichts auffälliges gegeben, etwa das jemand herumfährt, der die Katzen einsammeln könnte", erklärte Dragosits. Das Verschwinden erkläre er sich so: "Es gibt drei Gründe, weshalb die Tiere nun nicht mehr da sein könnten. Einerseits darf ein Jäger ein wilderndes Tier, also wenn die Katze Schaden anrichtet, außerhalb von 200 Metern bejagen. Andererseits verschwinden die Tiere oft einfach nur so, laufen weg und kommen nicht mehr zurück oder kommen im Straßenverkehr ums Leben."

Dass Katzen öfter in einer größeren Zahl auf einmal einfach weg sind, sei nichts ungewöhnliches, hieß es von Vier Pfoten. "Auffällig ist hier nur die Häufigkeit, also dass plötzlich viele Tiere an einem bestimmten Ort wegkommen", meinte eine Sprecherin. Tierversuche oder die Verwertung zu Rheumadecken schließe man aus und halte man eher für "typische Gerüchte". "Man kann keine Katzen von der Straße für Tierversuche verwenden, weil man die Vorgeschichte des Tieres nicht kennt", erläuterte die Tierschützerin.

Dennoch honoriert Vier Pfoten den entscheidenden Hinweis mit 500 Euro. Ob die Polizei davon profitiere, ist laut Dragosits unklar. "Ich persönlich halte es nicht für förderlich. Wir haben nun unsere Leute sensibilisiert und stehen mit der Jägerschaft in Kontakt", so der Güssinger Bezirkspolizeikommandant.