Erstellt am 05. September 2012, 00:00

Spatenstich für Teil zwei. OPEN WEHR / Abgesenkte Wehren und Fischaufstiege sollen Durchgängigkeit der Raab ermöglichen und zur ökologischen Verbesserung beitragen: Ein Lokalaugenschein.

BEZIRK / Der Auslöser war die Diskussion um die Wasserqualität der Raab. Die Auseinandersetzung zwischen Österreich und Ungarn erreichte in den Jahren 2006 bis 2008 diplomatische Ebenen. Die daraus resultierende grenzüberschreitende Zusammenarbeit, auf die man sich dann einigen konnte, umfasste fünf Hauptpunkte. Vier betrafen die Wasserqualität im engeren Sinn, der fünfte die ökologische Rehabilitierung des Flusses.

In der vergangenen Woche wurden die drei Baustellen zur Umsetzung dieser Maßnahmen - „Openwehr“ (Burgenland, Steiermark und Ungarn) - in Augenschein genommen.

Spatenstich für Fischaufstieg  in Hohenbrugg

Beim Spatenstich für den Fischaufstieg im Naturschutzgebiet Hohenbrugg wurde das Ziel der ökologischen Maßnahmen des Projekts, grenzüberschreitend die Durchgängigkeit und Fischpassierbarkeit für das ganze Einzugsgebiet der Raab zu erreichen, präsentiert. Der Fischaufstieg in Hohenbrugg - fünf Meter sind dort zu überwinden - wird aus zwei Teilen bestehen. Ein Vertical Slot (Schlitz), 3,5 Meter hoch in der Böschung der Raab wird den Zugang zum Altarm ermöglichen. Teil zwei, das Umgehungsgerinne leitet den Rückstau des Kraftwerks in den Altarm ein. Die Durchflusskapazität wird 500 Liter pro Sekunde betragen - 400 Liter aus dem Umgehungsgerinne, 100 Liter aus dem alten Weg in den Altarm.

Es bestehe auch Interesse an echten Laufverlängerungen, indem Altarmstrukturen mit dem Hauptfluss verbunden werden. Die Flächen dafür wurden bereits gekauft. Wasser der Raab bis zu HQ 5 soll - gesteuert mit einem Querdamm - in den Altarm geleitet werden. Dazu läuft begleitend ein Projekt an der Boku in Wien.

Die Pilotprojekte seien der Beginn weiterer Überlegungen, die Qualität der Raab zu erhalten und zu verbessern. Positiv resümierte Jennersdorfs Bürgermeister Willi Thomas: „Was eigentlich aus einer Streiterei heraus entstand, ist durch positive Diskussion so weit gekommen, dass nun Projekte umgesetzt werden können.“