Erstellt am 10. Dezember 2015, 05:58

von Michael Pekovics

Sperrzone für Jagdgesellschaft: Platzverbot für Anrainer?. An so gut wie jedem Wochenende werden in Luising, Bildein und Hagensdorf Platzverbote erlassen – zum Schutz der Jagd und zum Ärger der Anrainer.

Tierschutzaktivisten werden regelmäßig an der Weiterfahrt gehindert, jetzt traf es auch einen Anrainer, der in seinen Wald wollte, um einen Baum zu fällen. Die bestellten Forstarbeiter muss er bezahlen.  |  NOEN, VGT
Bis vor zwei Wochen waren es meistens Tierrechtsaktivisten, die von der Polizei daran gehindert wurden, in die Nähe der Jagdgebiete von Alfons Mensdorff-Pouilly zu kommen und die Jäger zu stören. Jetzt hat es auch einen Anrainer erwischt – und der macht seinem Ärger Luft.

Vorwurf der Kompetenzüberschreitung

In einem offenen Brief an Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil und Medien wirft er der Polizei einerseits Kompetenzüberschreitung vor und stellt andererseits die Frage nach den Kosten der Einsätze, an denen „mitunter 30 bis 40 Beamte“ im Einsatz sein sollen.

Das will der gut informierte Pensionist aus Polizeikreisen gehört haben, über die Kontakte verfügt er aus seiner früheren Berufslaufbahn.

„Stehen zwischen zwei berechtigten Interessen“

Auslöser der Aufregung ist, dass dem Pensionisten am 28. November die Zufahrt zu seinem Grundstück mit dem Hinweis auf das Platzverbot verweigert wurde – er wollte mit Hilfe von zwei Forstarbeitern einen Baum fällen.

„Erstens gilt das Platzverbot nicht für land- und forstwirtschaftlich berechtigte Personen und Grundeigentümer und zweitens war ich um 8.30 Uhr vor Ort und das Platzverbot ist erst um 12 Uhr in Kraft getreten“, ärgert sich der Pensionist, der die beiden bestellten Forstarbeiter trotzdem bezahlen muss.

„400 Euro kostet mich das“, so der Mann. Eine Woche später unternahm er neuerlich einen Versuch – und durfte dank der Hilfe der anwesenden Bezirkshauptfrau Nicole Wild zu seinem Wald fahren.

Seitens der Polizei versteht man, dass der Mann ungehalten ist, bittet aber auch um Verständnis: „Wir stehen zwischen zwei berechtigten Interessen – die einen wollen jagen und die anderen in ihren Wald“, so der Einsatzleiter im Gespräch mit der BVZ. Den Einsatz von bis zu 40 Beamten dementiert er: „14 Polizisten waren im Einsatz.“ Die Kosten dafür trage die Allgemeinheit.

BVZ.at hatte zum Thema berichtet: