Erstellt am 09. November 2011, 00:00

SPÖ will Austritt vom Roten Bus. VERKEHR / Die SPÖ verlangt den Austritt aus dem Gemeindeverband Personennahverkehr Unteres Pinka- und Stremtal. Für Obmann und Stadtchef Vadasz ist das grotesk.

GÜSSING / Die Gemeinderäte der SPÖ der Stadt Güssing wollen, dass die Stadtgemeinde aus dem Verband „Roter Bus“ austritt. Dieser Beschluss soll laut SPÖ bereits in der Gemeinderatssitzung am Mittwoch, dem 9. November (19.30 Uhr), gefasst werden. Demnach verlangen sie auch die Aufnahme des Punktes in die Tagesordnung.

„Die veranschlagten Geldmittel sollen ab 2012 für die Güssinger Wirtschaft und die Güssinger Bevölkerung verwendet werden und nicht mehr für Fahrten, die von den Bürgern nicht angenommen werden“, lautet die Begründung. Peter Vadasz, Bürgermeister und Obmann, kann die Forderung kaum fassen: „Der Bund und das Land haben uns schon im Stich gelassen. Es zahlen ohnehin nur mehr fünf Gemeinden (Anmerkung: Bildein, Eberau, Moschendorf, Strem und Güssing) mit.“

Zusätzliche Kurspaare  bringen „Zwei-Stunden-Takt“

Und weiter: „Außerdem konnten wir mittlerweile fast einen Zwei-Stunden-Takt zwischen dem Unteren Pinkatal und Güssing herstellen. Und nun sollen wir das System wieder fallen lassen? Wer den Gebrauch der Privat-Pkw einschränken und ältere Leute nach Güssing bringen will, braucht ein öffentliches Nahverkehrssystem.“ Wenn es nach Vadasz geht, nimmt er den Punkt in die Tagesordnung, mitstimmen wird die ÖVP aber nicht. Den Grund erklärt er so: „Mit der Einführung der neuen Kurspaare zahlen die Gemeinden 67.500 Euro für zehn Monate, Güssing 56.000 Euro. Die Gemeinden haben bisher 115.000 Euro bezahlt. Der Verband kann mit dieser Differenz seine Altlasten abdecken und wird damit ab Jänner 2012 schuldenfrei sein.“

Weiters verspricht der Obmann, dass sich die Beiträge der Gemeinden künftig verringern werden. „Der Betrag, den die Stadt Güssing bezahlen muss, wird halbiert. Auf maximal 30.000 Euro und nicht wie bisher 56.000 Euro. Das muss es uns wert sein, dass wir so das Pinkatal näher an Güssing heranbringen.“ Weiters hofft der Stadtchef auf eine Förderung seitens des Landes, sodass die Gemeinden dann insgesamt nur mehr 50.000 Euro aufbringen müssten.

Die SPÖ fordert zudem eine Alternative zum „Roten Bus“: „Egal ob dies ein Stadtbus, ein erweitertes Taxirufsystem oder Ähnliches ist: Den Güssingern, denen kein Fahrzeug oder Linienbus zu Verfügung steht, muss ebenfalls Mobilität garantiert werden und dazu gehört insbesondere die Bevölkerung der Ortsteile“.