Erstellt am 23. Januar 2013, 00:00

Stegersbach könnte neuer Kurort werden. Tourismus / Diskussionsprozess für Umbenennung in „Bad Stegersbach“ läuft. Meinungen sind kontrovers. Klingt „Bad“ zu antiquiert?

Großen Anteil am Erfolg. In der Gemeinde Stegersbach konnten mehr als 230.000 Nächtigungen verbucht werden. Bürgermeister Heinz-Peter Krammer und Landesrätin Verena Dunst präsentierten die Zahlen.Ganster  |  NOEN
Von Carina Ganster

STEGERSBACH / Das Südburgenland könnte neben Bad Tatzmannsdorf bald einen zweiten Kurort bekommen. Wie nun bekannt wurde, ist in Stegersbach zwischen Tourismusverband und Gemeinde ein Diskussionsprozess um die Umbenennung der Ortschaft im Gange. Der Prozess steht jedoch noch am Anfang, Arbeitsgruppen wurden bislang noch nicht gebildet. „Ja, es stimmt, dass es Ideen gibt, in Richtung Kurort gehen. Die Meinungen zwischen den einzelnen Touristikern gehen aber auseinander, einen Konsens zu finden scheint schwer“, weiß Bürgermeister Heinz-Peter Krammer.

Gemeinde hat alle  Voraussetzungen erfüllt

Dabei hat die Gemeinde nahezu alle Voraussetzungen, um den Status eines Kurorts zu bekommen, geschaffen. Eine Thermalwasserquelle, eine eigene Apotheke und Ärzte in der Ortschaft gibt es bereits seit vielen Jahren, einzig ein Kurpark würde Stegersbach auf seinem Weg zum Kurort noch fehlen. „Dies wäre jedoch das kleinste Problem einen Kurpark anzulegen. Vielmehr geht es darum, dass der Name Bad Stegersbach etwas zu antiquiert klingt und die Urlauber Stegersbach als aktiven Ort kennen. Einen Kurort assoziiert man schnell mit Krankheiten, wir sprechen aber hauptsächlich junge Familien, Wellnessurlauber und Sportler an. Das ist ein zweischneidiges Schwert und muss sehr gut durchdacht und ausgearbeitet werden“, sagt Krammer, der auch auf die Vorteile hinweist. Vor allem Gemeinde und Tourismusbetriebe hätten nämlich einige Vorteile, würde Stegersbach ein Kurort werden. „Wenn man Kurort ist, könnte man eine höhere Tourismusabgabe einführen. Natürlich würde die Gemeinde dann auch die Möglichkeit haben, eine Kurtaxe einzuheben. Das Problem dabei ist aber, das die Preise derzeit ohnehin schon im Mittelfeld angesetzt sind und es fast keinen Spielraum nach geben würde“, sagt Krammer.

Hoteliers sind nicht 

Auch bei den drei größten Hoteliers gehen die Meinungen auseinander. Während das Falkensteiner-Ressort eher junge Gäste anspricht und in der Kurortdebatte nicht nur Vorteile sieht, ist das Larimar-Hotel für das Ansuchen. Karl Reiter, Chef vom „Allegria Hotel“, betrachtet den Diskussionsprozess neutral. In den kommenden Wochen und Monaten sollen laut Bürgermeister Heinz-Peter Krammer erneut Sitzungen der Verantwortlichen stattfinden, um sich auf eine konkrete Richtung zu einigen.

„Einen Kurort assoziiert man schnell mit Krankheiten, wir sprechen aber hauptsächlich junge Familien und Sportler an.“

Bürgermeister

Heinz-Peter Krammer