Erstellt am 21. Januar 2015, 10:00

von Carina Ganster

Stinatz verliert Bank. Pfarrer verkündet in Predigt, dass die ortsansässige Volksbank mit Jahresende schließt. Bevölkerung ist schockiert.

Seit 1976 gab es eine Filiale der Volksbank in Stinatz. Im kommenden Jahr sperrt die Bank aus wirtschaftlichen Gründen zu. Foto: Bauer  |  NOEN, Bauer
In seiner Sonntagspredigt hat Ortspfarrer Ignaz Ivancsics für ein Raunen in seiner Pfarrgemeinde gesorgt. Da verkündigte er nämlich, dass die Volksbank, die seit 1976 einen Standort in Stinatz betreibt, ihren Mietvertrag mit Jahresende gekündigt hat und den Standort in Stinatz aufgibt.

Volksbankdirektor Harald Berger argumentiert die Schließung mit wirtschaftlichen Gründen.

Bürgermeister macht seinem Ärger Luft

„Die Schließung wird schon seit Jahren auf die lange Bank geschoben und jetzt ist es eben so weit. Es ist einfach zu wenig Potenzial vorhanden“, sagt Berger. Anfänglich geschockt und jetzt verärgert reagiert die Ortsbevölkerung.

Auch Bürgermeister Andreas Grandits war seit Anbeginn Kunde der Bank und macht seinem Ärger Luft. „Es ist traurig, dass der ländliche Raum dafür bezahlen muss, weil die österreichische Volksbanken AG durch risikoreiche Geschäfte im Ostblock massive Verluste erwirtschaftet hat“, meint Grandits.

Ab 2016 Ausweichen nach Stegersbach

Nach Angaben des Ortschefs sind mehr als die Hälfte der rund 1.400 Einwohner Kunden der Volksbank. „In einem Gespräch mit der Bank hat es auch geheißen, dass die zwei Millionen Euro, die an Krediten vergeben wurden, im Vergleich zu den wesentlich höheren Spareinlagen das Problem sind“, meint Grandits.

Kunden der Volksbank Stinatz müssen mit kommendem Jahr dann nach Stegersbach ausweichen, wo die Filiale derzeit umgebaut und vergrößert wird. Mitarbeiter sind von der Schließung nicht betroffen.