Erstellt am 03. Juli 2013, 00:00

Störche in Hungersnot. Notprogramm / Im Bezirk Jennersdorf gibt es nur mehr einen Storch. Grasflächen sollen jetzt nur mehr streifenweise gemäht werden.

In Jennersdorf wurde ein verhungerter Jungstorch vom Altstorch aus seinem Nest geworfen. Foto: zVg  |  NOEN, zVg
Von Carina Ganster

BEZIRK JENNERSDORF / „Unsere Störche verhungern!“ Mit diesem Aufschrei wollen die Auniwaundn, Bezirksgruppe des Naturschutzbundes, die Region wachrütteln. Gegenwärtig gibt es im Raabtal nur mehr ein Storchennest, und das ist in Jennersdorf. In den Weißstorchnestern von Fehring, Mogersdorf und Welten kann schon seit einigen Jahren kein Storch mehr seine Jungen großziehen.

„Den Störchen in Jennersdorf geht’s schlecht. Im vorigen Jahr starb ein Altstorch auf dem Nest - Todesursache: Wahrscheinlich vergiftete Nacktschnecken. Störche fressen normalerweise keine Schnecken, aber wenn der Hunger sehr groß ist, kann man sie beim Schneckenklauben beobachten. Dann können sie mit Nacktschnecken ihren Jungen und sich damit das Leben retten. Außer einige der Schnecken haben gerade an einem bestimmten auch für Vögel tödlichen Giftköder gefressen“, erklärt Joachim Tajmel.

Auniwaundn starten Notprogramm

Ende Juni sind fast alle Wiesen gemäht. Die Jungstörche sind jetzt in vollem Wachstum und brauchen täglich über ein Kilogramm Futter: Frösche, Feldmäuse und Heuschrecken. In Jennersdorf wurde in der vergangenen Woche ein verhungerter Jungstorch vom Altstorch aus seinem Nest geworfen.

Die Auniwaundn, Bezirksgruppe des Naturschutzbundes, startet jetzt ein Notprogramm im Bezirk. Die letzten, noch nicht gemähten Grasflächen sollen ab jetzt im Abstand von je zwei Tagen streifenweise gemäht werden. Dadurch sollen die Weißstorch-Altvögel die Gelegenheit haben, ausreichend Nahrung zu finden, um so ihre Jungen besser durchzubringen. „Wenn wir die noch wenigen ungemähten Wiesen jetzt in kleinen Abschnitten mähen, dann können die Altstörche Heuschrecken suchen und ihre Jungen und sich besser ernähren“, hofft Tajmel auf das Überleben der Tiere.