Erstellt am 24. September 2013, 17:40

Strafe für Geldwäsche. Dubios / 10.000 Euro aus einem Diebstahl in Norwegen verwendete ein Südburgenländer für sich und seine Freundin.

Von Elisabeth Kirchmeir

Dubios / Ein kosovarischer Staatsangehöriger, der im Bezirk Güssing lebt und mit Gebrauchtwagen handelt, stand wegen mehrfacher Vorwürfe vor Gericht: Er soll unter anderem Geldwäscherei betrieben und eine Unterschrift auf einer Bestätigung gefälscht haben. Einen Teil der Straftaten gab er zu. Er habe mit einer Frau zusammengelebt, die in Norwegen wegen eines Einbruchsdiebstahls zu neun Monaten Haft verurteilt worden war.

10.000 Euro, die seine Lebensgefährtin gestohlen hatte, seien ihm von einem Unbekannten übergeben worden. Das Geld benutzte der Kosovare, um Schulden zu tilgen und den Lebensunterhalt für sich und seine Freundin zu bestreiten. Dass er dadurch das Delikt der Geldwäsche begangen hat, sah der Angeklagte ein. Geständig zeigte er sich auch hinsichtlich des illegalen Waffenbesitzes: Bei ihm war ein Schlagring gefunden worden.

10.000 Euro bezahlt? Zweifel an Unterschrift

Außerdem wurde dem Mann vorgeworfen, die Unterschrift jenes Mannes gefälscht zu haben, dessen Haus er seit dem Jahr 2008 gemietet hatte. Im April 2009 soll, so der Kosovare, ein Schreiben aufgesetzt worden sein, in dem bestätigt wurde, dass er dem Vermieter 10.000 Euro als Anzahlung für das Haus - das er irgendwann kaufen wollte - bezahlt habe.

„Ich habe niemals von ihm eine Anzahlung von 10.000 Euro bekommen“, erklärte der Hausbesitzer, ein Immobilienmakler, der im Jahr 2009 in Konkurs gegangen und später selbst wegen schwerem gewerbsmäßigen Betrugs verurteilt worden war. Die Unterschrift auf der Bestätigung sei nicht von ihm. „Der Angeklagte wollte offenbar zwei Jahre lang mietfrei wohnen und hat die Gunst der Stunde ausgenutzt“, meinte der Zeuge.

Zum Thema war die angebliche Anzahlung nämlich geworden, als der Masseverwalter von dem Kosovaren die Miete für das Haus einfordern wollte. Richterin Mag. Birgit Falb verurteilte den Angeklagten wegen Geldwäscherei und weiterer Straftaten zu einer bedingten Haftstrafe im Ausmaß von sechs Monaten und 720 Euro Geldstrafe, sprach ihn aber vom Vorwurf der Urkundenfälschung im Zweifel frei. „Die entdeckten Ungereimtheiten lassen sich letztendlich nicht klären“, sagte die Richterin. Der Angeklagte nahm das Urteil an.