Erstellt am 24. April 2013, 00:00

Streit um Wasser vorbei. Vergleich vor Gericht erzielt / Über den Inhalt des Vergleichs wurde von beiden Gemeinden Stillschweigen vereinbart. Wassergebühren in Mühlgraben werden um einen Euro gesenkt.

Von Carina Ganster

NEUHAUS/KLB.-MÜHLGRABEN /  Kaum zu glauben, aber wahr: Der mehr als sieben Jahre andauernde Wasserstreit zwischen den Gemeinden Mühlgraben und Neuhaus am Klausenbach hat ein Ende. Außergerichtlich haben sich die Gemeinden zwar nicht geeinigt, aber vor Gericht wurde ein Vergleich erzielt. Die Gemeinde Neuhaus hat die Gemeinde Mühlgraben wegen Außenständen der Wassergebühren von rund 40.000 Euro geklagt. Diese hat sich nämlich geweigert, die Kosten zu bezahlen. Grund ist laut Bürgermeister Reinhard Knaus, dass die WVA viel zu hohe Kosten verrechnet hat. Über den Inhalt des Vergleichs haben die Gemeinden Stillschweigen vereinbart. Wie viel Geld oder ob die WVA Neuhaus von der Gemeinde Mühlgraben etwas bekommt, wollten die Ortschefs nicht sagen.

Was sich jedoch seit der Gerichtsverhandlung geändert hat, ist der Wasserpreis für die Abnehmer aus Mühlgraben – und das gleich gehörig. Fast einen Euro weniger (von 2,83 auf 1,61 Euro) zahlen die Mühlgrabner künftig für den Kubikmeter Wasser. Sehr zur Freude von Bürgermeister Reinhard Knaus, der in den Jahren des Rechtsstreits immer wieder Kritik von der Opposition einstecken musste. Die warf dem Ortschef nämlich vor, dass nicht Neuhaus den Wasserpreis gehoben hat, sondern die Gemeinde die Förderungen für die Wasserabnehmer gestrichen hat. „Es hat sich gelohnt. Vor allem die Gemeindebürger sind als Sieger in diesem Duell hervorgegangen“, meint Knaus. Neu ist auch, dass ein möglicher Abgang in der Abrechnung der WVA künftig nur mehr von der Gemeinde Neuhaus zu tragen ist. „Ein möglicher Nachteil für uns“, weiß Neuhaus Bürgermeister Helmut Sampt, der jedoch weiterhin abstreitet, den Mühlgrabern absichtlich zu hohe Kosten verrechnet zu haben.

Auf die Frage, warum es jetzt doch möglich ist, Mühlgraben weniger zu verrechnen, meint Sampt: „Erstens ist die Anzahl der Abnehmer 2012 gestiegen und zweitens hatten wir eine größere Reparatur vor, die wir dann noch nicht gemacht haben“, sagt Sampt. Was sich allerdings nicht ändert, ist, dass Mühlgraben weiterhin den Ausstieg aus der WVA Neuhaus plant. „Der Preis ist noch immer hoch und die Wasserqualität nicht die Beste“, meint Sampt.