Erstellt am 05. Januar 2011, 00:00

„Süden stirbt ohne neue Verkehrsverbindungen“. FORDERUNGEN / Gemeinderat fordert erneut Anbindung des Südens an die S31 und an die A2. Problem ist Finanzierung.

Ob die S31 jemals bis in den Süden des Burgenlandes reichen wird, bleibt offen. Der Bildeiner Gemeinderat Lorenz Fabsits fordert eine Anbindung, um das Südburgenland »am Leben erhalten zu können«.  |  NOEN
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VON SARAH WAGNER

REGION / In einem Leserbrief fordert Lorenz Fabsits (ÖVP), Lehrer an der EMS Oberwart und Gemeindrat in Bildein, radikale Lösungen, um das Südburgenland zu retten. „Wir alle wissen, dass die Bevölkerungsentwicklung mehr als besorgniserregend ist. Unsere gut ausgebildete Jugend, unser geistiges Potenzial, wandert massenweise aus. Wir bilden nur aus, Wien und andere Städte genießen die Früchte dieser Ernte. Diese Entwicklung ist fatal“, so Fabsits.

Die Ursachen dafür sieht Fabsits auch in der veralterten Verkehrsinfrastruktur. „Unsere hochrangigste Straße, die B50, feierte ihren 60er. Wir brauchen daher die S31 nicht nur bis Oberpullendorf, sondern zur wirtschaftlichen Entwicklung bis Güssing-Jennersdorf. Es wird doch nicht jemand glauben, dass sich Betriebe, trotz bester Förderungen, in einer verkehrstechnisch entlegenen Region ansiedeln werden. Es müssen beispielsweise 13 Ortschaften durchfahren werden, bevor sie überhaupt auf die A2 kommen.“ Auch Landtagsabgeordneter und Güttenbachs Bürgermeister Leo Radakovits (ÖVP) sieht einen hohen Bedarf an besserer Verkehrsinfrastruktur: „Es ist sehr wichtig Förderungen dafür zu verwenden, Straßen auszubauen, um Betriebe im Süden anzusiedeln. Auch die Pendlerproblematik würde sich mit dem Ausbau der Straßen verbessern. Das betrifft alle Bevölkerungsschichten. Wenn Förderungen in den Verkehr investiert werden, dann läuft vieles von selbst und es kommt Bewegung in die Sache.“

Kleine Straßen Richtung  Ungarn weiter ausbauen

Auch Bundesrat und Bildeins Bürgermeister Walter Temmel (ÖVP) will einen Ausbau der S31 bis in den Süden: „Für uns wäre der Ausbau nach Rattersdorf und weiter nach Steinamanger von großem Vorteil. Das Land muss daran denken, dass die Grenzen offen sind.“ Außerdem wären laut Temmel auch der Ausbau der kleinen Straßen in Richtung Ungarn von großer Bedeutung: „Wenn einige kleinere Straßen in Richtung Ungarn ausgebaut und saniert werden würden, käme das ganze östliche Tal des Bezirkes Güssing schneller nach Eisenstadt.“ Etwas anders sieht Verkehrslandesrat Helmut Bieler (SPÖ) die Forderung, die S31 Richtung Süden hin auszubauen: „Eine Weiterführung der S31 ins Südburgenland ist finanziell wie auch technisch nicht umsetzbar. Auf den Ausbau auf ungarischer Seite haben wir keinen Einfluss, diesen müsste der ungarische Staat bezahlen. Dieser Aufwand ist für Ungarn derzeit schwer bewältigbar.“ Die Forderung von Fabsits, eine Anbindung an die A2, sieht Bieler als erledigt: „Die Anbindung des Südens an die A2 ist durch die Realisierung der S7 gegeben.“

Landesrätin Verena Dunst (SPÖ) meint zu den Forderungen: „Wir müssen gemeinsam Lösungen finden, damit besonders das Südburgenland weiterhin hohe Lebensqualität bietet. Das Südburgenland konnte sich vom ’Ziel 1 zur Nummer 1‘ entwickeln, weitere Maßnahmen sind aber notwendig.“

Erschwert werden die Forderungen durch die Situation der ASFINAG, die sparen muss. Denn die S31 wird als Landesstraße mit Bundesbeteiligung gebaut. Fabsits plant, ein Treffen für die Weiterentwicklung des Südburgenlandes zu organisieren. Termin gibt es aber noch keinen.