Erstellt am 19. März 2014, 10:00

von Michael Pekovics

Süden verliert weiter. Region / Der Norden wächst, im Süden geht die Bevölkerung zurück. Im Bezirk Güssing haben nur neun von 28 Gemeinden ein Plus, in Jennersdorf sind es nur vier.

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Von Michael Pekovics

Der Trend der vergangenen Jahre setzt sich fort: Während sich das Nordburgenland in punkto Bevölkerung positiv entwickelt, sind die beiden südlichsten Bezirke Güssing und Jennersdorf massiv von Abwanderung betroffen.

Bildeiner Ortschef: Infrastruktur macht Probleme

Von 28 Gemeinden im Bezirk Güssing (- 0,61 Prozent) sind nur neun im Plus, im Bezirk Jennersdorf (- 0,68 Prozent) sind es vier von zwölf. Und auch im Bezirk Oberwart (- 0,12 Prozent) bilanzieren 17 Gemeinden negativ, nur 15 sind im Plus.

Am stärksten betroffen ist Bildein im Unteren Pinkatal. Und auch wenn Bürgermeister und Bundesrat Walter Temmel (ÖVP) sagt, dass „in meiner kleinen Ortschaft der Wegzug einer großen Familie bereits große Folgen hat“, so kann auch er den Trend nicht ignorieren: „Wenn wir die Raumplanung nicht ernster nehmen und an die Bedürfnisse der Regionen anpassen, dann wird das so weiter gehen.“

Für Temmel ist es vor allem die fehlende Infrastruktur, die Probleme macht: „Wir haben keinen öffentlichen Verkehr und auch kein Breitbandinternet. Ich erwarte mir Solidarität von Bund und Land – nur dann können die Ungleichheiten abgebaut werden.“

Bad Tatzmannsdorf als größter Gewinner

Gänzlich anders die Situation im Kurort Bad Tatzmannsdorf. Für Bürgermeister Ernst Karner (ÖVP) hat das drei Gründe: „Die tolle Lebensqualität, der hohe Bekanntheitsgrad, den wir als Kurort haben, und unser Wohnungsangebot von insgesamt vier bei uns tätigen Wohnbaugenossenschaften.“

Und nicht zuletzt seien auch die vielen Jobs, die es in Bad Tatzmannsdorf gibt, Anreiz für junge Familien, in den Kurort zu ziehen. „Wir haben 1.300 Einwohner und circa genau so viele Jobs – das ist natürlich ein gutes Angebot.“ Im Bezirk Jennersdorf sticht Weichselbaum positiv hervor. Ortschef Willi Herbst (ÖVP): „Wir hatten einige Geburten und neue Wohnblöcke wurden bezogen – das muss der Grund sein.“


Bevölkerungsentwicklung 2013-2014 / Geburtenbilanz

BEZIRK OBERWART - 0,12 %

1. Bad Tatzmannsdorf + 3,3 Prozent

2. Rechnitz + 1,6 Prozent

3. Hannersdorf + 1,4 Prozent

4. Grafenschachen + 1,3 Prozent

4. Loipersd./Kitzl. + 1,3 Prozent

4. Rotenturm + 1,3 Prozent

28. Schachendorf - 1,3 Prozent

29. Badersdorf - 1,4 Prozent

30. Oberdorf - 1,6 Prozent

31. Unterwart - 2,4 Prozent

32. Markt Neuhodis - 3,7 Prozent
 

BEZIRK GÜSSING - 0,61 %

1. Heiligenbrunn + 3,1 Prozent

2. Inzenhof  + 3,0 Prozent

3. Neustift/Güssing + 2,4 Prozent

4. Hackerberg + 2,3 Prozent

5. Moschendorf + 1,9 Prozent

6. Rohr + 1,4 Prozent

24. Neuberg - 3,1 Prozent

25. Wörterberg - 3,7 Prozent

26. Heugraben - 3,8 Prozent

27. Tschanigraben - 4,6 Prozent

28. Bildein - 6,3 Prozent
 

BEZIRK JENNERSDORF - 0,68 %

1. Weichselbaum + 2,1 Prozent

2. Königsdorf + 0,3 Prozent

3. Mühlgraben + 0,3 Prozent

4. Dt. Kaltenbrunn + 0,1 Prozent

5. Minihof-Liebau - 0,1 Prozent

6. Heiligenkreuz - 0,7 Prozent

7. Rudersdorf - 0,8 Prozent

8. Jennersdorf - 0,9 Prozent

9. Neuhaus/Klausenb. - 1,0 Prozent

10. Eltendorf - 1,1 Prozent

11. St. Martin/Raab - 1,2 Prozent

12. Mogersdorf - 2,2 Prozent
 

GEBURTENBILANZ 2013

Bezirk Oberwart

404 Lebendgeborene

576 Gestorbene - 172
 

Bezirk Güssing

164 Lebendgeborene

335 Gestorbene - 171
 

Bezirk Jennersdorf

108 Lebendgeborene

190 Gestorbene - 82
 

Quelle: Statistik Austria