Erstellt am 24. Februar 2016, 04:54

von Michael Pekovics

Tourismus-Verband: Kritik nach Gründung. Stegersbacher Verband fühlt sich von Politik überrumpelt: „Jetzt haben wir nicht das beste, sondern das schlechteste Gesetz.“

Nummer drei im Land. Stegersbach verzeichnete im Vorjahr knapp vier Fünftel aller Übernachtungen des Bezirks Güssing.  |  NOEN, zVg

Kaum gegründet, geht der Tourismusverband Golf- und Thermenregion Stegersbach auch gleich in die Vollen und kritisiert das neue Tourismusgesetz. Genauer gesagt Obmann Richard G. Senninger (

und weiter unten).

Der stößt sich nämlich an der Höhe der Ortstaxe und weiß alle großen Hoteliers der Region hinter sich: „Es hieß, wir kriegen das beste Gesetz Österreichs. Jetzt haben wir das schlechteste“, fühlt Senninger sich „überrumpelt“.

Hintergrund ist, dass nun anstatt dem laut Senninger damals zugesagten Anteil von 90 Cent an der Ortstaxe gerade einmal 35 Cent übrig bleiben. Weil nämlich die Bürgermeister der Gemeinden per Beschluss bis zu 50 Prozent der Ortstaxe des Verbandes einfordern können.

„Gesetzliche Vorgaben sind nicht zu schaffen“

„Da wurden Dinge beschlossen, ohne mit den Praktikern vor Ort zu reden. Die per Gesetz aufgestellten Vorgaben können so einfach nicht erfüllt werden, das geht sich nicht aus, das schafft keiner“, klagt der Obmann der drittgrößten Tourismusregion des Landes. „Wenn das für uns mit dieser Größe schon nicht machbar ist, wie soll das dann bei kleineren Verbänden funktionieren?“

Im Gesetz ist verankert, dass ein Tourismusbüro einzurichten ist, und Mitarbeiter zur Betreuung desselben einzustellen sind. Die Kalkulation für den Tourismusverband Stegersbach ergibt, dass durch die Anteile aus den Abgaben diese gesetzlichen Vorgaben nicht zu erfüllen sind. Durch diese Novellierung besteht die Gefahr, bereits eingestellte Mitarbeiter wieder entlassen zu müssen.

FPÖ-Tourismuslandesrat Alexander Petschnig blockt die Kritik ab und verweist auf den Koalitionspartner: „Das war der SPÖ damals wichtig, als Obulus für die Bürgermeister. Das Gesetz wurde ja noch mit der ÖVP ausverhandelt und jetzt, Monate später, kommt plötzlich Kritik.“