Erstellt am 13. April 2011, 00:00

Tragikomödie kostet Gäste. TOURISMUS / Im Vorstand des Tourismusverbandes hagelt es weiterhin Kritik der Mitglieder. Obmann Josef Feitl weist alle Anschuldigungen gegen seine Person von sich.

VON CARINA GANSTER

JENNERSDORF / Uneinigkeit, das ist wohl das Wort, das den Zustand zwischen dem Obmann des örtlichen Tourismusverbandes in Jennersdorf und seinen Mitgliedern am Besten beschreibt. Die Situation ist zweifelos zerfahren.

Wie die BVZ bereits berichtete, schweben über dem Tourismusverband dunkle Wolken, nachdem die vor drei Jahren in Auftrag gegebene Homepage noch immer nicht fertiggestellt ist. Laufend finden Sitzungen des Vorstandes, wo auch Nicht-Vorstandsmitglieder Zutritt haben, statt, wie auch in der vergangenen Woche im Burgenlandhof in Jennersdorf. Die Runde (neun Personen) versammelte sich an der linken Seite der Tafel, Obmann Josef Feitl und Sekretärin Monika Hierzer nahmen einige Meter entfernt auf der rechten Seite Platz. Heftige Wortgefechte und Vorwürfe der Mitglieder an Obmann Feitl und umgekehrt prägten die rund zweieinhalb Stunden dauernde Sitzung. Einigen konnte man sich in dieser Zeit einzig darauf, dass morgen, Donnerstag, die nächste Sitzung stattfinden soll. Die Spannung auf die mit Freude erwartete Homepage (www.sonnenseite-thermeloipersdorf.at) bleibt also weiter gewahrt.

„Causa Homepage“ lässt  die Wogen hoch gehen

Grund der Zusammenkunft vergangene Woche war die Präsentation der „fertiggestellten“ Homepage – fertig war aber so gut wie gar nichts. Obmann Josef Feitl sah das anders. Das 14.800 Euro teure „Prachtstück“ – im Preis ist auch das ‚Corporate Design‘ enthalten – präsentierte sich mit vielen Schönheitsfehlern, so zumindest die Meinung der anwesenden Mitglieder.

„Der Ladecheck dauert zu lange, das Design ist veraltet, der Preis zu hoch, die Kategorisierung der Hotels ist nicht vorhanden, das Buchungsmodul ist nicht das Gewünschte und das Gutscheinmodul ist nicht vorhanden“ – so lauteten nur einige der Kritikpunkte der Touristiker.

Feitl beruft sich auf die  eindeutige Abstimmung

Diese Kritik möchte Obmann Josef Feitl nicht auf sich sitzen lassen und wehrt sich gegen die Vorwürfe. „Der Vorstand hat beschlossen, dass wir den Auftrag vergeben. Die Abstimmung erfolgte mit 3:1 Stimmen. Wir sind den rund 350 Mitgliedern verpflichtet, das preisgünstigste Angebot anzunehmen und auch umzusetzen. Ich habe weder im Alleingang gehandelt, noch habe ich irgendwelche Fehler begangen. Alles ist mit rechten Dingen abgelaufen und auch mit eindeutigen Beschlüssen des Vorstandes.“ Aber Feitl holt noch weiter zum Gegenschlag aus. „Dass die Homepage noch nicht online ist, liegt daran, dass bei jeder Präsentation zahlreiche Änderungswünsche des Vorstandes angeregt und natürlich auch umgesetzt werden. Das ist der Grund, warum die Seite noch nicht online ist.“

Mitglieder waren über die  Präsentation verärgert

Anders als bei der Sitzung in der vergangenen Woche – dort sagte Feitl noch, dass die Seite den Weg ins Netz deswegen noch nicht gefunden hat, weil der Tourismusverband keine AGB‘s (Allgemeine Geschäftsbedingungen) hat. „Josef Feitl hat die Homepage angeblich wegen der fehlenden AGB’s aus dem Netz genommen. Er hat das seit Dezember aber nie erwähnt. Möglicherweise sind diese angeblich fehlenden AGB’s ein Vorwand, um das Abschalten der Homepage aufgrund der misslungenen Ausführung zu rechtfertigen. Die Tatsache, dass auf der Homepage im derzeitigen Zustand nichts verkauft werden kann, verstärkt diesen Verdacht“, kommentieren die verärgerten Mitglieder das Vorgehen in der „Causa Homepage“.