Erstellt am 10. Oktober 2012, 00:00

Triumph für Edi Zach: „Das ist Wahnsinn“. Jahrhundertergebnis / VP-Bürgermeister Anton Györy muss den Hut nehmen, er wird von seinem „roten“ Schwager als Ortschef abgelöst.

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Von Carina Ganster

HEILIGENKREUZ / Schon im Vorfeld der Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen wurde gemunkelt, dass es VP-Bürgermeister Anton Györy gegen seinen für die SPÖ antretenden Schwager Edi Zach schwer haben wird. Eines stand aber schon vor der Wahl fest, der Bürgermeister bleibt auf jeden Fall in der Familie, sind doch die beiden Kandidaten zwar keine Parteifreunde, aber miteinander verschwägert.

Als dann gegen 18 Uhr das Ergebnis langsam eintrudelte, herrschte Fassungslosigkeit bei beiden Großparteien. Ein fulminanter Triumph der SPÖ und eine kapitale Niederlage der ÖVP. Die amtierende VP verliert nicht nur den Ortschef, sondern auch den Vizebürgermeister und die Mehrheit im Gemeinderat, das stand schnell fest. Der scheidende Bürgermeister Anton Györy gibt sich einen Tag nach der Wahlschlappe geknickt.

„Die Bevölkerung hat entschieden, das muss ich zur Kenntnis nehmen. Traurig stimmt mich nur, dass nur wenige honorieren, dass ich vor fünf Jahren einen Scherbenhaufen übernommen habe und wir die Gemeinde mit einem extremen Sparprogramm belasten mussten, natürlich nicht immer zum Vorteil der Bürger“, erörtert Györy.

Nur mehr ein Vize, der aus Poppendorf kommt 

Überwältigt von der Zustimmung versucht Edi Zach die Gründe für seinen Wahlerfolg zu erforschen: „Ich habe guten Kontakt zur Bevölkerung und führe viele persönliche Gespräche. In Summe gesehen war Heiligenkreuz und Poppendorf unzufrieden und wollte etwas Neues“, sagt der Neo-Ortschef, der sich mit seinem Team schnell an die Arbeit machen will. „Wir wollen in Zukunft keinen zweiten Vizebürgermeister und auch keinen Ortsvorsteher von Poppendorf. Dafür soll der Vizebürgermeister aus Poppendorf kommen, das spart Geld. Betreubare Wohnungen, geregelte Finanzen und neue Arbeitsplätze, sowie neue Berechnungsmethoden bei Wasser- und Kanalgebühren die großen Vorhaben“, gibt sich Zach motiviert.

Anton Györy will trotz der Wahlschlappe nicht klein beigeben und weiter im Gemeinderat bleiben. „Das Leben geht weiter und ich hoffe, dass mein Schwager die Gemeinde auch so führt, wie es sich gehört. Mein Leben wird jetzt auf jeden Fall ruhiger. Das einzig Positive ist, dass ich mehr Zeit für meine Familie habe und das freut mich wirklich sehr“, sucht Györy nach den positiven Seiten der Niederlage.

Wird freudig begrüßt. Joachim Marakovits, Claudia Marakovits und Martha Planer begrüßen Edi Zach und freuten sich für ihren neuen Bürgermeister.

Decker