Erstellt am 10. August 2011, 08:13

Über 110 Mitarbeiter ohne Job. WIRTSCHAFT / Masseverwalter erklärte, dass die Photovoltaik-Firma Blue Chip Energy geschlossen bleibt. Ein Teil der Mitarbeiter ist bereits ausgeschieden.

VON SARAH WAGNER

GÜSSING / Der Masseverwalter des insolventen Unternehmens Blue Chip Energy, der Eisenstädter Rechtsanwalt Wilhelm Lackner, teilte der Belegschaft am vergangenen Freitag, in Anwesenheit der Gewerkschaft und Arbeiterkammer mit, dass das Werk so lange still steht, bis ein Investor gefunden ist. Nachdem Lackner das Unternehmen durchleuchtet hat, werden die 116 Mitarbeiter bald keinen Job mehr haben. Die gerichtliche Schließung erfolgte am 2. August.

Andreas Horvath von der Gewerkschaft PRO-GE war am Freitag vor Ort: Der Masseverwalter hat erklärte, dass der Betrieb nicht weiterzuführen sei. Die Beschäftigten waren darüber natürlich nicht begeistert.

Teil der Belegschaft ist aus  Unternehmen ausgeschieden

Die Sozialpartner, das Unternehmen und die Arbeitnehmer haben sich auf einen Austritt der Beschäftigten geeinigt. Erich Debellak von der Arbeiterkammer erklärt, warum: Entweder der Masseverwalter kündigt die Arbeitnehmer oder sie treten frühzeitig aus und bekommen die Kündigungsfrist weiterbezahlt, haben aber in dieser Zeit keine Arbeitspflicht mehr. Wir haben versucht, die bestmöglichen Ansprüche der Belegtschaft geltend zu machen. Der erste Teil der Arbeiter wurde mit Freitag, dem 5. August, freigestellt. Der zweite Teil der Arbeiter tritt mit 22. August aus dem Unternehmen aus. Auch ein Teil der Angestellten sind bereits aus der Firma ausgeschieden, der zweite Teil folgt am 16. August. Rund zehn Beschäftigte sind derzeit noch für die Sicherheit und organisatorische Abwicklung vor Ort. Für diese muss bis Ende August eine Lösung gefunden werden, heißt es seitens der Arbeiterkammer Güssing.

Derweilen hoffen noch alle auf einen Investor, der das Unternehmen übernimmt. Die Gewerkschaft, wie auch die Arbeiterkammer sind bemüht, bei einer Neuübernahme die ehemals Beschäftigten wieder in ein Arbeitsverhältnis zu bringen. Für einen Dienstgeber ist es sicher sinnvoll Arbeiternehmer zu beschäftigen, die sich auskennen, führt Debellak aus.

Mitarbeiter, die unter zwei Jahre beschäftigt sind, bekommen noch sechs Wochen weiter bezahlt. Arbeitnehmer, die mehr als zwei Jahre im Unternehmen beschäftigt sind, erhalten ihr Gehalt zwei weitere Monate.