Erstellt am 23. Dezember 2015, 04:48

von Carina Ganster

Uhudler: Engpass droht. Neue Fakten am Tisch, Verein „Freunde des Uhudler“ rechnet mit weiteren Anzeigen. Jetzt könnten sogar 20 Hektar der Uhudler-Weingärten von den Rodungen betroffen sein.

Josef Pfeiffer und Harald Kaiser: »Im schlimmsten Fall werden 40 Prozent der Fläche gerodet.« Foto: Ganster  |  NOEN, Carina Ganster

Aufgrund der EU-Sortenverordnung droht dem Uhudler ab 2030 ein Verbot, auch Neuauspflanzung ist verboten.

Wie dramatisch es um den Fortbestand des Uhudlers wirklich aussieht, hat der Verein „Freunde des Uhudler“ in den vergangenen Monaten immer zurückgehalten. Jetzt gehen Obmann Harald Kaiser und Stellvertreter Josef Pfeiffer in die Offensive.

Aktuell Rodungsbescheide gegen fünf Winzer

„Durch die Anzeigen gegen die Winzer könnten im schlimmsten Fall rund 20 Hektar Anbaufläche gerodet werden. Das sind mehr als 40 Prozent der gesamten Rebfläche im Südburgenland. Sollte das passieren, dann droht dem Uhudler ein Engpass“, erklärt Obmann Harald Kaiser.

Derzeit gibt es gegen fünf Winzer, denen illegale Auspflanzung vorgeworfen wird, Rodungsbescheide. Sie müssen bis 15. März ihre Flächen roden, andernfalls kommt es durch die Bezirkshauptmannschaft zu einer Zwangsrodung, die in einem Bestbieterverfahren festgelegt wird. Bei weiteren drei angezeigten Winzern wartet man noch auf eine Entscheidung.

Bislang wurde vom Verein kommuniziert, dass es sich bei der betroffenen Rebfläche um frisch ausgesetzte Reben handelt, die noch keinen Ertrag bringen. „Es sind aber auch Weingärten dabei, die älter als zehn Jahre sind“, sagt Kaiser, der selbst zu den betroffenen Winzern gehört, die seit dem Jahr 2003 neu ausgepflanzt haben (siehe unten bzw. Seite 17 der dieswöchigen BVZ).

„Wichtig ist, dass das Auspflanzverbot aufgehoben wird“

Weniger Kopfzerbrechen bereitet dem Verein die Legalisierung des Uhudlers nach 2030. „Wichtig ist, dass das Auspflanzverbot aufgehoben wird, denn auch das Nachpflanzen von einzelnen Stöcken ist per Verordnung 2013 verboten worden. Hier hat das Land die Verordnung gemacht und nicht die EU“, erklärt Josef Pfeiffer, Obmann-Stellvertreter.

Um den Uhudler wieder in die Legalität zurückzuführen, befürwortet der Verein „Freunde des Uhudler“ die Obstweinlösung. Im Frühjahr sollen nach der Änderung der Weingesetznovelle Direktträgertrauben für die Obstweinerzeugung verwendet und auch neu ausgepflanzt werden.


Warum haben Sie … im Jahr 2003 Uhudler ausgepflanzt, obwohl es verboten war?

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Harald Kaiser, Obmann des Verein „Freunde des Uhudler“.

Zahlreichen Weinbaubetrieben, die das Auspflanzverbot missachtet haben, droht – nach Anzeigen bei der Behörde – die Rodung ihrer nach 2003 gepflanzten Uhudlerrebflächen. Fünf Winzern liegt bereits ein gerichtlich angeordneter Rodungsauftrag vor.

Die Betroffenen müssen ihre Weingartenflächen bis 15. März roden. In Summe sind dies rund sechs Hektar, wobei weitere Verfahren noch anhängig sind und sich die zu rodende Fläche auf geschätzte 20 Hektar erhöhen kann. Das sind etwa 40 Prozent der derzeit bestehenden Uhudlerweingartenflächen. Massive Engpässe werden die unmittelbare Folge sein.

Warum haben Sie im Jahr 2003 Uhudler ausgepflanzt, obwohl es verboten war?
Harald Kaiser: Weil die Nachfrage da war und wir einfach nur an die Zukunft des Uhudlers gedacht haben. Viele Rebflächen sind einfach schon zu alt und da haben wir neu ausgepflanzt, ohne einen bösen Hintergedanken. Einfach nur, um den Bestand und auch den Ertrag weiterhin zu sichern.

Welche Möglichkeit sehen Sie, die Rodungen jetzt noch zu stoppen?
Die Chance ist mittlerweile relativ klein, die Bescheide noch aufzuhalten. Wäre die Obstweinlösung schon vor einem halben Jahr beschlossen worden, hätte es noch größere Chancen gegeben, jetzt bleibt uns nur noch übrig, auf ein Wunder zu hoffen. Der Uhudler ist das größte touristische Zugpferd der Region und das muss auch in Zukunft so bleiben, also hoffen wir weiter.