Erstellt am 14. Dezember 2010, 12:19

Unger Steel Group baut nun auf Hotelgewerbe. Die burgenländische Unger Steel Group setzt in Zukunft nicht nur auf die Stahlbauindustrie, sondern auch auf das Hotelgewerbe.

Das teilte deren Geschäftsführer Josef Unger am Dienstag in Güssing vor Journalisten mit. Das erste Hotel und Musterhaus in Güssing steht bereits seit über sechs Jahren. Nach einem Relaunch will sich Unger nun auf weitere Häuser im In- und Ausland konzentrieren. Selbst betreiben wird man die Hotels allerdings nicht, sagte der Geschäftsführer. Das Unternehmen werde als strategischer Führer fungieren. Die Leitung sollen Franchisennehmer innehaben, hieß es.

Die Idee für eine Hotelkette im Low-Budget-Bereich, wie es nun in Güssing steht, ist dem Unternehmer bereits vor etwa 17, 18 Jahren bei einem Geschäftsbesuch in Budapest gekommen, erzählte er. Viele Jahre später habe sich Reinhard Koch, Leiter des Zentrums für Erneuerbare Energie, mit eben solcher Idee an ihn gewandt. Nach sechsmonatiger Bauzeit wurden 2004 die Pforten des Musterhauses geöffnet. Nachdem die Entwicklung im Raum Güssing allerdings gegen die Erwartungen des Unternehmens ins Stocken gerieten, habe man sich im Herbst 2009 für einen Relaunch entschieden, so eine Sprecherin zur APA.

Das Konzept für die künftige Hotelkette ist ein individuell erweiterbarer "Würfelkomplex" basierend auf einer Stahltragkonstruktion in Form eines Modulsystems. Führen sollen die Häuser Franchisenehmer, möglicherweise auch jene, die keine Erfahrung im Hotelgewerbe haben. Die Voraussetzung sind etwa 50 Prozent Eigenkapital, rechnete Unger vor. Die anderen 50 Prozent übernimmt die Unger Steel Group, die den Franchisenehmer fünf Jahre lang begleitet und ihn unterstützt.

Die Kosten für ein Haus, das 50 Zimmer umfasst, betragen etwa 3 bis 3,5 Mio. Euro. Genau diese Zimmeranzahl bietet derzeit auch das Musterhaus in Güssing, das 2015 "fix" erweitert wird, sagte der Geschäftsführer. Grund dafür sei die "große Nachfrage, die wir in der Zukunft sehen", so Unger.

Ein Plus für die Zukunft sei außerdem der Ausbau der Kaserne Güssing, für den am Montag von Verteidigungsminister Norbert Darabos (S) grünes Licht gegeben wurde. Generell bediene man in Güssing hauptsächlich Businesskunden. Aber auch Familien und Paare finden laut Hoteldirektorin Evelyn Berzkovics den Weg in die südburgenländische Stadt. Nicht zuletzt wegen der Landschaft, dem Wein aus der Region, aber auch dem kulturellen Angebot, erklärte sie.