Erstellt am 06. Februar 2013, 00:00

Verein J:opera steht am Scheideweg. Finanzielle Probleme / Zukunft der Opernaufführung weiter ungewiss. Bürgermeister fordern mehr finanzielle Unterstützung, Land winkt ab.

Von Carina Ganster

JENNERSDORF / „Wenn wir nicht mehr Geld bekommen, geht alles den Bach runter, was wir und Intendant Dietmar Kerschbaum in jahrelanger Arbeit mühsam aufgebaut haben. Die finanzielle Lage im Verein spitzt sich zu“, spricht Bürgermeister Helmut Sampt (ÖVP) seine Zukunftssorgen offen aus. Sogar das Wort „zahlungsunfähig“ fällt in diesem Zusammenhang des Öfteren.

Fakt ist, dass Haftungen in der Höhe von rund 50.000 Euro schlagend wurden. Für diese müssen die Mitgliedsgemeinden aufkommen, die sich aber zum Teil weigern, die Beträge zu zahlen. „Bei den meisten Gemeinden scheitert es daran, dass sie selbst kein Geld haben“, so Sampt. Jennersdorfs Bürgermeister Willi Thomas meint dazu: „Wir sind am Rande unsere Kapazitäten angekommen. Trotzdem müssen wir positiv denken, es wird eine Lösung geben.“

Die vom Verein J:opera erhoffte Lösung – eine Übernahme von Kosten durch den Bezirkstourismusverband – ist gescheitert. Auch dem Wunsch nach mehr finanzieller Unterstützung vom Land Burgenland kann nicht nachgekommen werden. „Wir kommen unserer Verpflichtungen nach und der Verein muss schauen, wie er dafür aufkommt, die offenen Budgetlücken zu begleichen. Das Land Burgenland ist weiterhin bereit, dieselbe Summe an J:opera zu bezahlen, wie bisher auch. Mehr Geld gibt es aber nicht“, sagt Gert Polster von der zuständigen Abteilung.

Konkret fordert J:opera vom Land 120.000 Euro, das sind um 60.000 Euro mehr als bisher. „Es kann nicht sein, dass andere Festspielorte einen fixen Posten im Landesbudget haben, nur wir im Süden nicht“, pocht Sampt auf sein Recht.

Ein Gespräch des Vereins bei Landesvize Franz Steindl in der vergangenen Woche hätte Licht ins Dunkel bringen sollen. „Er hilft uns nun dabei, dass wir im Landesbudget, das im Mai beschlossen wird, mehr Platz finden“, hofft Sampt weiter.