Erstellt am 19. Dezember 2012, 00:00

Vereine schlagen Alarm. Unruhe / Sperrt WSF-Chef Herbert Haselbacher nach dem Hotel nun auch die Sporthallen zu? Bundesligavereine bangen um ihre Zukunft. Basketballer könnten bald in Körmend spielen.

Von Michael Pekovics

GÜSSING / Zum Jahresende spitzt sich der Streit zwischen Gemeinde und Aktivpark-Betreiber Herbert Haselbacher (WSF-Group) zu. Nun drohen die Vereine zwischen den Fronten zerrieben zu werden. Vor allem die Basket- und Volleyballer blicken gebannt in die Zukunft und sind auf der Suche nach Alternativen.

Karl Schweitzer, Präsident der Basketball-Bundesliga, geht von einem „worst case“-Szenario aus: „Die letzten Verhandlungen zwischen Eigentümer und Gemeinde haben sich zerschlagen, nach Stand der Dinge wird die Halle den Güssing Knights ab 1. Jänner nicht mehr zur Verfügung stehen.“ Knights-Manager Reinhard Koch bestätigt: „Wir brauen einen Plan B, weil wir nicht wissen, ob die Halle offen bleibt.“ Gemeinsam mit der Liga wurde die Halle in Körmend besichtigt und genehmigt, alle anderen Bundesligavereine haben dieser Notlösung bereits zugestimmt.

Auch der Volleyballverein, der derzeit um den Aufstieg in die erste Bundesliga kämpft, ist auf der Suche nach Ausweichmöglichkeiten. „Es gab Gespräche mit Oberwart und Fürstenfeld, für die erste Playoff-Runde am 13./14. Jänner ist die Halle in Oberwart bereits reserviert“, sagt Trainer Helmut Gallaun. „Wir hoffen aber weiter auf die Politik. Schließlich wurde Güssing ja umgefärbt. Und da sollte doch Hilfe von Landeshauptmann und Sportreferent Hans Niessl einiges möglich sein. Es kann nicht sein, dass in einer Sportstadt die Halle zusperrt – davon wären ja auch Schulen betroffen.“

Die zuständigen SPÖ-Politiker der Stadt sehen die Sache gelassener. „Wir zahlen Miete, der Mietvertrag ist also gültig, die Halle bleibt offen“, sagt Stadtchef Vinzenz Knor. „Gekündigt wurde nur der Verwaltungsvertrag.“ Dieser hätte sich automatisch um 15 Jahre verlängert. Und die Gemeinde will die Verwaltung übernehmen, weil sie der Meinung ist, das billiger machen zu können. Strittig ist vor allem die Frage der Betriebskosten, eine Forderung in der Höhe von einer Million Euro der WSF-Group soll auf dem Tisch liegen. Alexander Fuchs-Robetin (WSF) sieht die Fronten verhärtet: „Da kommt eine Abordnung zu uns, wir verhandeln sachlich – und drei Tage später wird der Verwaltungsvertrag aufgekündigt – eine Kriegserklärung.“ Das wiederum kann Knor nicht nachvollziehen: „Wir haben uns sogar bemüht, die Förderzusage für den Aktivpark-Ausbau bis Ende Jänner zu verlängern. Und das, obwohl noch immer nicht alle Unterlagen bei der Förderstelle eingelangt sind.“