Erstellt am 29. Oktober 2013, 09:35

Vereine wollen Sonderlösung. Gemeinderat / Tarife für Benützung des Kulturzentrums werden beschlossen. Gemeinde hebt künftig Miete ein, Vereine dürfen dafür aber ausschenken. Meinungen sind geteilt.

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Von Carina Ganster

Gemeinderat / Morgen, Donnerstag, tagt der Gemeinderat (Tagesordnung siehe Infobox rechts). Im Rahmen der Sitzung werden auch die Tarife für die Nutzung des Kulturzentrums neu festgesetzt. In der Zeit, wo Raffel-Chef Ernst Kampel-Kettner das KUZ betrieben hatte, mussten Vereine für die Benützung des Saals keine Miete bezahlen.

Ortschef: „Für Vereine wird alles besser“

„Nach Kauf des Kulturzentrums durch die Stadtgemeinde ist es aber erforderlich, dass die Gemeinde Tarife für die Nutzung des KUZ festlegt“, heißt es auf der Einladung zur Gemeinderatssitzung. Für Bürgermeister Willi Thomas wird sich dadurch erstens nicht viel ändern und wenn, dann „wird für Vereine alles besser“, ist der Stadtchef pragmatisch wie immer.

„Bislang mussten die Vereine zwar keine Miete bezahlen, durften aber das Catering nicht selbst übernehmen. Das wird jetzt anders. Durch die Einnahmen von Getränken und Essensverkauf bleibt den Vereinen viel mehr übrig“, meint Thomas. Wie hoch die Stundensätze für Vereine werden, wollte der Bürgermeister nicht verraten. „Da kann ich dem Gemeinderat nicht vorgreifen. Die Zahlen werden bei der Sitzung genannt und hoffentlich auch beschlossen“, so Thomas.

Vereine fordern bereits jetzt Sonderlösungen 

Seitens der Vereinsvertreter gibt es schon vor der Gemeinderatssitzung Gegenwind. „Es ist verständlich, Mieten einzuheben, allerdings müssen für schulische und rein konzertante Aufführungen von einheimischen Vereinen Sonderlösungen gefunden werden“, sagt Jennersdorfs Kapellmeister Reinhold Buchas.

Für Manfred Deutsch, Obmann des Sportvereins, stellt sich die Frage nicht mehr, das KUZ für Veranstaltungen zu mieten. „Wir wollten unser Oktoberfest im KUZ veranstalten. Da hat es vor einigen Monaten geheißen, die Miete wird rund 800 Euro exklusive Betriebskosten ausmachen, das war zu viel. Vorerst haben wir auch nicht vor, eine große Veranstaltung im KUZ zu machen, egal wie die Mietpreise sind“, sagt Deutsch.

SP kritisiert überteuerten Preis

Auch die Opposition ist verärgert, und das noch vor der Gemeinderatssitzung. „Trotz Stadtratssitzung wurden uns die Mietpreise nicht im Vorfeld mitgeteilt. Wir kennen nur einen provisorischen Preis von 1.000 Euro, keine Ahnung ob dieser stimmt“, sagt SPÖ-Stadträtin Karin Hirczy-Hirtenfelder.

Bei einem Preis von 1.000 Euro steht für die SPÖ-Stadträtin aber fest: „Für dieses altertümliche KUZ, das mit mangelhafter Ausstattung nur so protzt, sind meiner Meinung sogar die angedachten 1.000 Euro zu viel. Man muss auch bedenken, dass die Auslastung nur dann gegeben ist, wenn der Preis moderat ist“, sagt Hirczy-Hirtenfelder, die auch für eine Sonderlösung, vor allem für schulische Veranstaltungen, eintritt.
 


Tagesordnung:

  • Ankauf eines neuen Mannschaftstransportfahrzeuges für die Feuerwehr
  • Übernahme einer Haftung 103.615 Euro für Schloss Tabor
  • Widmungsangelegenheiten
  • Beschlussfassung für die Errichtung des Geh- und Radweges „Grieselstein – Landesgrenze“
  • Tarife für das Kulturzentrum
  • Vergabe Winterdienst und Durchforstungsarbeiten
  • Nachtragsvoranschlag
  • Bilanzen Wirtschaftsförderungsgesellschaft und Camping- & Freizeitanlagen