Erstellt am 03. Oktober 2012, 00:00

Verhandlung ist geplatzt. Boxmark / Bauverhandlung für Umstieg von Erdgas- auf Tierfettheizung ist geplatzt. Jetzt wurde bekannt, dass Firma schon seit zehn Jahren mit Tierfett heizt. Gemeinde wusste nichts.

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Von Carina Ganster

JENNERSDORF / Eine Gruppe von Anrainern wollte am vergangenen Donnerstag an der Bauverhandlung für die geplante Tierfettheizung der Firma Boxmark teilnehmen. Wie die BVZ berichtete, plant die Firma den Umstieg von einer Erdgas- auf eine Tierfettheizung.

Die von der Bezirkshauptmannschaft angesetzte Genehmigungsverhandlung hat aber nicht plangemäß stattgefunden, sie wurde kurzfristig abgesagt. „Aufgrund einer spontan einberufenen Sitzung in Eisenstadt, konnte ich den Termin nicht wahrnehmen und musste ihn absagen. Das ist kein Einzelfall, so etwas kommt oft vor“, meinte Bezirkshauptmann Hermann Prem.

Bürgermeister: „Wusste nichts davon“ 

Brisant ist aber, dass in der vergangenen Woche bekannt wurde, dass die Firma Boxmark bereits seit zehn Jahren zum größten Teil mit Tierfett heizt. Die Bauverhandlung war laut Prem nur notwendig geworden, weil auch der zweite Gaskessel von Erdgas auf Tierfett umgestellt werden soll. Sehr zur Verwunderung des Bürgermeisters, denn der wusste nach eigenen Informationen selbst nicht, dass die Firma seit zehn Jahren mit Tierfett heizt. Er schiebt den Ball an die Behörde weiter: „Ganz ehrlich gesagt wusste ich bis dato nicht, dass Boxmark mit Tierfett heizt. Ich war selbst überrascht.“ An die Bauverhandlung im Jahr 2002 kann sich der Ortschef nicht mehr erinnern. Auch von den Behörden fühle er sich nicht hintergangen, weil „der Versuch mit Tierfett zu heizen hat sich anscheinend bewährt, wenn die Firma die Energieversorgung nun ganz darauf umstellen will.“ Die Mitteilung, dass die Bauverhandlung nicht stattfindet, hat die Gemeinde laut Thomas rund sieben Tage vor dem geplanten Termin erhalten. Bezirkshauptmann Hermann Prem verweist auf einen positiven Bescheid der BH Jennersdorf vom 8. März 2002, wo der positive Bescheid ausgestellt wurde.

Ob Prem die Umstellung von Gas auf Tierfett des zweiten Heizkessels als Bezirkshauptmann genehmigt, ist derzeit noch unklar. Er sagt nur: „Bei Einhaltung der erforderlichen Maßnahmen ist eine Anlage zu genehmigen.“ Die Anrainer sind erbost und fühlen sich hintergangen. „Das ist wieder typisch. Wahrscheinlich hat die Firma in den letzten zehn Jahren die Anlage auf Probe betrieben. Da holen sie sich den größten Teil der Amortisation zurück – quasi ein Genehmigungstrick. Wir sind machtlos gegen Firma und Behörde. Für uns gilt jetzt aufmerksam zu machen, dass man beim Genehmigungsverfahren keine Verschlechterungen übersieht, die die Anrainer zunehmend beeinträchtigen“, sagt ein Jennersdorfer, der anonym bleiben will.

Die Firma Boxmark wollte keine Stellung nehmen.