Erstellt am 22. Oktober 2013, 14:19

Vier Jahre kein Wohnbau. Demografie / Nachfragen nach Wohnungen stagnierte jahrelang. Jetzt geht es aufwärts.

Voller Elan. Stadtchef Vinzenz Knor (SPÖ) und Vizebürgermeisterin Helga Maikisch (ÖVP) freuten sich gemeinsam mit Vertretern der Oberwarter Siedlungsgenossenschaft über den ersten Spatenstich (Bild) seit vier Jahren.  |  NOEN
Von Michael Pekovics

Demografie / In keiner einzigen Bezirkshauptstadt des Burgenlandes gibt es einen derart schwach frequentierten Wohnungsmarkt wie in Güssing. Da war die Freude in der Vorwoche doppelt groß, als die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG) und die Stadtgemeinde zum Spatenstich für vier neue Reihenhäuser luden.

„Zuletzt Anzahl der Hauptwohnsitzmeldungen wieder gestiegen“

Und die sind laut Stadtchef Vinzenz Knor ja eigentlich auch der Grund dafür, dass in Güssing kaum Bedarf für neue Wohnmöglichkeiten besteht, weil: „In den vergangenen Jahren war es einfach so, dass viele Mieter aus der Josef Reichl-Straße in Reihenhäuser gezogen sind, wodurch natürlich Wohnungen frei geworden sind, die zuerst vermietet werden mussten. Aber zuletzt ist die Anzahl der Hauptwohnsitzmeldungen wieder gestiegen.“

Derzeit leben in Güssing knapp 3.900 Menschen, in den vergangenen 45 Jahren sind fast 300 Wohnungen oder Reihenhäuser von der OSG gebaut worden.

Bezirk „aktiver“: Seit 2010 129 neue Wohnobjekte

Trotzdem ist es erstaunlich, dass es vier Jahre lang keinen Spatenstich für neue Projekte gegeben hat. OSG-Geschäftsführer Alfred Kollar führt das auf die „infrastrukturellen Defizite“ des Bezirks zurück: „Gemeinsam mit Altbürgermeister Peter Vadasz haben wir immer wieder versucht, Projekte zu realisieren, aber es hat nicht sollen sein.“

Anders als in der Stadt wurde im Bezirk aber sehr wohl neuer Wohnraum geschaffen: Im Jahr 2010 wurden 62, 2011 51 und 2012 immerhin noch 16 neue Wohnungen oder Reihenhäuser an Mieter übergeben. Bei der OSG ist man jedenfalls zuversichtlich, bald den nächsten Spatenstich zu feiern. „Wir planen ein Projekt mit Startwohnungen und einer Penthouse-Wohnung“, lässt sich OSG-Chef Kollar in die Karten blicken.