Erstellt am 23. Mai 2012, 00:00

Warten auf Rotes Kreuz. ALARM / Vom Absetzen des Notrufs, bis zum Eintreffen der Rettung verging eine Stunde. Rotes Kreuz weist Vorwürfe zurück.

VON CARINA GANSTER

DEUTSCH MINIHOF / Einem Pensionisten wurde beim Kirtag plötzlich schwarz vor Augen, einige Augenblicke später brach er zusammen. „Zufällig anwesende Krankenschwestern kamen dem Mann zur Hilfe. Die Rettung wurde alarmiert, währenddessen konnte der Kreislauf des Mannes stabilisiert werden“, erklärt Bürgermeister Josef Korpitsch.

In einem, an die BVZ gerichteten Leserbrief (Name der Redaktion bekannt) ist die Zeitspanne von der Alarmierung der Rettung bis zum Eintreffen, folgendermaßen beschrieben. „Am Telefon hieß es, dass eine Rettung aus Jennersdorf oder Güssing komme, der Notarzt war nicht notwendig. Nach 30 Minuten und nochmaligen Anruf in der Leitzentrale hieß es, dass die Rettung erst in 30 Minuten komme, da alle Fahrzeuge im Einsatz sind.“ Nach einer Stunde und fünf Minuten traf die Rettung aus Fehring ein und brachte den Mann ins Krankenhaus Feldbach. „Es ist bedauerlich für den Patienten, seine Verwandten und für alle Kirtagsbesucher, was da passiert ist. Die Landessicherheitszentrale sollte sich überlegen, wie die Koordination funktioniert“, meint Ortschef Josef Korpitsch.

Von der Landessicherheitszentrale heißt es zu diesem Vorfall: „Nachdem wir das standardisierte Abfrageschema geprüft haben, wurde der anrufenden Person mittgeteilt, dass der Hausarzt verständigt werden soll. Nach 20 Minuten kam abermals ein Anruf, in welchem ein Rettungswagen angefordert wurde. Wir haben darauf hingewiesen, dass kein Rettungswagen zur Verfügung steht. Weil die Situation nicht lebensbedrohlich war, wurde abermals der Einsatz eines Notarztes oder Rettungshubschraubers abgelehnt. Daraufhin haben wir eine Rettung aus der Steiermark angefordert, die war eine halbe Stunde später dort.“

Das Rote Kreuz dementiert den Vorwurf des fehlerhaften Verhaltens. „Wir bedauern die verspätete Eintreffzeit und werden in unserer Verantwortung entsprechende Gespräche mit der Landessicherheitszentrale in die Wege leiten, um Situationen wie diese in Zukunft zu vermeiden“, meint Pressesprecher Tobias Mindler.