Erstellt am 17. März 2014, 09:15

Wegen gehorteter Knochen vor Gericht. Eisenstadt/Güssing: Ein Südburgenländer, der im Juli des Vorjahres mit einer "Rettungsaktion" von Gebeinen für Schlagzeilen gesorgt hat, steht heute in Eisenstadt vor Gericht.

Foto: Erwin Wodicka  |  NOEN, BilderBox - Erwin Wodicka / wodi
Der damals 47-jährige Mann soll 56 Totenköpfe und 55 Knochen aus einer Grabstätte der Pfarrkirche in Maria Weinberg (Bezirk Güssing) gehortet und ausgestellt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm u.a. Störung der Totenruhe vor.

Angeklagter gab an, Gebeine für Museum zu benötigen

Der Angeklagte soll im Vorjahr drei Totenköpfe und zwei Oberschenkelknochen auf einem Flohmarkt in Kemeten (Bezirk Oberwart) zum Verkauf angeboten haben, er wurde anonym angezeigt. Der "Sammler" gab damals gegenüber Medien an, er habe die Totenschädel nur ausgestellt, "um Werbung für mein Privatmuseum zu machen".

Der Südburgenländer soll erzählt haben, in offizieller Mission unterwegs zu sein und Gebeine für ein Museum in Oberwart zu benötigen. Der Mesner habe daraufhin im guten Glauben die Räumung des Karners bzw. den Abtransport der Totenköpfe und Oberschenkelknochen genehmigt. Der nun angeklagte Mann stieg später durch ein Loch in die Grabstätte, räumte den seit dem 17. Jahrhundert bestehenden Karner bis auf wenige bereits beschädigte Stücke aus und brachte die Relikte in seine Wohnung.

Für die Pfarre kehrte auch nach der neuerlichen Beisetzung der Skelettteile in dem Karner im vergangenen Sommer keine Ruhe ein. Der vermeintliche Sammler kündigte laut einem Zeitungsbericht in einem Brief an die Pfarre an, 1.300 Euro für die "christlich verpflichtende Tat der Bergung der sterblichen Überreste" zu fordern. Das Honorar sollte dann gespendet werden, hieß es.

Auch 49-jähriger Komplize angeklagt

Dem Südburgenländer wird außerdem ein Vergehen nach dem Waffengesetz sowie das Vergehen der dauernden Sachentziehung vorgeworfen. Auch ein 49-jähriger Mann, der dem Sammler geholfen haben soll, muss sich vor Gericht verantworten.