Erstellt am 24. Oktober 2012, 00:00

Weniger alleine sein. Soziales / Vier Jahre nach dem Tod ihres Sohnes gründet Johanna Györy die erste Selbsthilfegruppe für Hinterbliebene im Landessüden.

Von Vanessa Bruckner

HEILIGENKREUZ / „Heute wäre Stefan 26 Jahre alt“, erzählt Johanna Györy. Heute kann Frau Györy auch darüber sprechen, erzählen, dass ihr Sohn vor vier Jahren durch tragische Umstände sein Leben verlor.

„Die Obduktion ergab ein Herzversagen. Genau wird man es nie wissen. Er war krank, hatte Fieber und war Epileptiker. Wir fuhren am Abend mit ihm ins Krankenhaus.“ Der Ort, an dem eine Mutter ihrem Sohn wenig später für immer Lebewohl sagen musste.

„Stefan starb einen Tag vor seinem 22. Geburtstag. Ich bin durch die Hölle und wieder zurückgegangen, und habe wirklich lange gebraucht, um den Tod meines Sohnes zu verarbeiten“, erzählt die diplomierte Krankenschwester.

Györy: „Ich habe viel 

Györy bedient sich verschiedenster Methoden, um ihre Trauer in den Griff zu bekommen, um wieder zurück ins Leben zu finden. „Ich habe viel Trauerarbeit geleistet, wenn man das so sagen kann. Dabei musste ich in den letzten Jahren aber leider auch immer wieder erkennen, dass man damit, bei uns im Südburgenland, ziemlich alleine dasteht. In Oberwart gibt es eine Selbsthilfegruppe für Personen, die einen geliebten Menschen verloren haben, im Süden gibt es gar nichts“, informiert Johanna Györy.

Grund genug für die 54-Jährige, eine Selbsthilfegruppe in Heiligenkreuz zu gründen. „Das erste Treffen fand im September statt. Es war wirklich berührend. Leute unterschiedlichen Alters sollen sich dabei austauschen können“, wünscht sich die engagierte Südburgenländerin.

Und weil man zusammen nun einmal weniger alleine ist, freut sich Johanna Györy über neue Gesichter in ihrer Selbsthilfegruppe. Die Treffen finden in regelmäßigen Abständen im Pfarrhof von Heiligenkreuz statt.

Konkrete Infos gibt es bei Frau Györy unter: 0664/4049177