Erstellt am 20. März 2013, 09:06

Wetter als Spielverderber. Open Wehr | Ein zum Teil fertiggestellter Fischaufstieg wurde durch große Wassermengen weggeschwemmt. Drei Monate Arbeit umsonst.

Von Carina Ganster

JENNERSDORF | Jetzt wäre ein potenzielle Betreiber für das Wasserkraftwerk in Neumarkt in Aussicht (die BVZ berichtet), da machen die Regen- und Schneemassen der vergangenen Wochen fast alle Arbeiten zunichte. „Die ganze Baustelle ist wortwörtlich abgesoffen, das ist mehr als ein Schaden“, klagt Bürgermeister Willi Thomas.

Ein bereits zum Teil errichteter Fischaufstieg ist von den Wassermassen in der Raab weggeschwemmt worden. Nun müssen die Arbeiten wieder von vorne begonnen werden. „Drei bis vier Meter dieses Fischaufstieges wurden vernichtet“, erklärt der Ortschef. Bereits ein Hochwasser im November hat Schäden an der „Open Wehr“ Baustelle hinterlassen, diese konnten rasch repariert werden. „Wir haben mit dieser Baustelle kein Glück. Dadurch gerät der geplante Zeitrahmen außer Kontrolle. Wir sprechen da schon von einer gröberen Zeitverschiebung“, erläutert Thomas. Das „Open Wehr“ Projekt hätte im Frühjahr fertiggestellt werden sollen. Jetzt wird es wahrscheinlich Herbst werden.

Im Rahmen des Gewässerbetreuungskonzeptes „Open Wehr“ soll eine ökologische Ertüchtigung des regulierten Raababschnittes samt integriertem Hochwasserschutz umgesetzt werden. Dabei wird einerseits durch die Anbindung von Altarmen eine Laufverlängerung der Raab erzielt und durch die Schaffung eines Umgehungsgerinnes im Bereich des Kraftwerkes Neumarkt eine Überlebensmöglichkeit für Wasserlebewesen gewährleistet. Andererseits wird durch die Absenkung der Wehrkrone des Kraftwerkes der Rückstaubereich verkleinert, wodurch die Abflusskapazität bei Hochwasser vergrößert wird. Die neue Entlastungsmulde der Raab trägt ebenfalls zur Erhöhung der Abflussleistung bei und dient der Optimierung des Hochwasserschutzes. Weiters wird der Grieselbach im Mündungsbereich in das Unterwasser des Kraftwerkes mit einbezogen und somit eine entsprechende Fischaufstiegshilfe sowohl über das Umgehungsgerinne der Raab als auch in den Grieselbach selbst sichergestellt.