Erstellt am 19. Januar 2011, 00:00

„Wir brauchen Zivildiener“. AUFRUF / Im Bezirk Jennersdorf herrscht zur Zeit akuter Mangel an den „Zivis“. Für den „Einrücktermin“ im April werden noch dringend Zivildienstleistende gesucht.

Im Schulungszentrum Oberwart wurden in zwei Kursen insgesamt 36 neue Zivildiener ausgebildet. Ihren Dienst traten die jungen Männer per 1. Jänner 2011 an.ZVG/ROTES KREUZ  |  NOEN
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VON CARINA GANSTER

BEZIRKE / Das Rote Kreuz ist in unseren Breiten vor allem für seinen Rettungs- und den Blutspendedienst bekannt. Dabei sind die ehrenamtlichen Mitarbeiter die Stütze des Systems. Ein anderer sozialer Auftrag ist der sogenannte Zivildienst, der anstatt der Wehrpflicht abgeleistet werden muss. Im Bezirk Jennersdorf herrscht zur Zeit akuter Mangel an den „Zivis“. Für den „Einrücktermin“ im April werden noch dringend Zivildienstleistende gesucht. Interessierte Personen, die zivildienstpflichtig sind, werden gebeten, sich bei Dienstführer Markus Pumm unter der Nummer03329/ 46244 zu melden. Die Zivildienstleistenden werden im Bereich Rettungs- und Krankentransport im Bezirk Jennersdorf eingesetzt. Zu Beginn ihrer Tätigkeit erhalten sie eine fundierte theoretische und praktische Ausbildung, welche sie mit einer Prüfung abschließen, nach deren positiver Absolvierung sie eine Tätigkeitsberechtigung als Rettungssanitäter besitzen.

Fällt mit dem Wehrdienst  auch der Zivildienst?

Die Debatte über die Abschaffung des Wehrdienstes stellt das Rote Kreuz vor große Herausforderungen. „Das Jahr 2011 hält mannigfaltige Herausforderungen für uns bereit“, sind sich die Dienstführer Kurt Tukovits (Güssing) und Markus Pumm (Jennersdorf) einig. Sollte es tatsächlich zu einer Abschaffung des Wehrdienstes – und damit einhergehend auch des Zivildienstes – kommen, fällt eine wichtige Stütze des Rettungsdienstes weg. In dem Fall wird es eine Herausforderung sein, alternative Konzepte zu entwickeln, um weiterhin die bewährte Versorgungsqualität im Rettungs- und Krankentransport bieten zu können.

Vier Szenarien stehen  als Eratz zur Auswahl

Der Österreichische Rotkreuz-Präsident Fredy Mayer sieht im Fall einer Abschaffung des Zivildienstet vier Szenarien als Alternative.

Ersatz durch hauptberufliche Arbeitskräfte. Dadurch würde sich das Sozialsystem erheblich verteuern.

Ersatz durch Freiwillige. Dazu müsste freiwilliges Engagement massiv attraktiviert werden (zum Beispiel: durch steuerliche Absetzbarkeit dieser Zeitspende, selbst dann wäre es nicht gesichert, die Zivis zu ersetzen.

Verpflichtender Sozialdienst. Ist rechtlich aber nicht unumstritten.

„Das Rote Kreuz ist bereit, den Entscheidungsträgern mit seiner Expertise zur Seite zu stehen und unterschiedliche Modelle zu diskutieren“, sagt Mayer. „Denn werden nicht rechtzeitig Alternativen entwickelt, stehen wir vor Szenario vier: Dem ersatzlosen Auslaufen des Zivildienstes. Ein solch radikaler Einschnitt in unser Gesundheits- und Sozialsystem kann nicht im Interesse der Menschen in unserem Land sein“, meint Mayer.