Erstellt am 24. September 2013, 17:40

Wirbel bei Fernwärme. Knalleffekt / Bericht der Güssinger Fernwärme kurzfristig von Tagesordnung genommen. Laut Protokoll der Gesellschafterversammlung hat Geschäftsführerin ihren Posten zurückgelegt.

Neuer Gemeinderat. Stadtchef Vinzenz Knor begrüßte Sebastian Müllner bei der ersten Sitzung.  |  NOEN
Von Michael Pekovics

Knalleffekt / Mit Spannung wurde der Bericht der Geschäftsführung der Güssinger Fernwärme bei der Gemeinderatssitzung in der Vorwoche erwartet – vergebens. Noch vor Beginn setzte Stadtchef Vinzenz Knor (SPÖ) den Punkt von der Tagesordnung ab.

Die Begründung: „Es fehlen noch wichtige Daten und Fakten aus der Gesellschafterversammlung. Außerdem müssen wir noch Gespräche mit den künftigen Betreibern des Biomassekraftwerks führen“, begründete Knor.

Details über Rücktritte wurden bekannt

Thematisiert wurde die Angelegenheit dann wieder ganz am Ende unter „Allfälliges“. Stadtrat Michael Hoffmann stellte die Frage in den Raum, ob es stimme, dass sich Geschäftsführerin Danieal Stukits aus ihrer Funktion zurückgezogen hat. Knor bestätigte daraufhin zwar, dass sich „neue Dinge“ getan hätten, meinte aber auch, dass „das nicht so akut ist“.

Am Montag wurden Details aus der Gesellschafterversammlung bekannt, wonach Fernwärme-Geschäftsführerin Daniela Stukits per Ende September ihre Funktion zurückgelegt hat. Und auch Prokurist Reinhard Lehner soll gekündigt haben.

„Das steht so im Protokoll“, sagen Vizebürgermeisterin Helga Maikisch und Stadtrat Michael Hoffmann (beide ÖVP) und behaupten, dass „politisch gesteuerte Personalentscheidungen und die Tarifverhandlungen mit dem Biomassekraftwerk“ dafür verantwortlich sein sollen. Stadtchef Vinzenz Knor (SPÖ) gibt sich zurückhaltend: „Ich äußere mich nicht zu internen Angelegenheiten.“ Stukits war trotz mehrerer Anfragen für die BVZ nicht erreichbar.

„Vize“ Maikisch: „Versteckte Förderung der Biomasse“

Laut Maikisch hat Stukits auch deshalb gekündigt, weil die Fernwärme aufgrund der derzeit ausverhandelten Tarife nicht wirtschaftlich zu führen ist. Derzeit zahlt die Fernwärme (also die Gemeinde) 27,81 Euro pro Megawattstunde ans Biomassekraftwerk, laut einer Preisempfehlung der E-Control wären aber 24 Euro angemessen.

„Das kostet der Gemeinde 200.000 Euro im Jahr und ist eine versteckte Förderung der Biomasse“, ärgert sich Maikisch. Damit konfrontiert, reagiert Knor verärgert: „Natürlich muss der Vertrag neu ausverhandelt werden. Jede Seite wird ihre Forderungen einbringen, dann sehen wir weiter.“