Erstellt am 03. April 2013, 00:00

Wirbel um Kantinen-Vergabe. Gemeinderat / Opposition wirft Bürgermeister und ÖVP-Vertretern „Freunderlwirtschaft“ vor und informierte die Gemeindeaufsicht. Neuer Restaurant-Pächter bezahlt weniger Miete.

Von Carina Ganster

JENNERSDORF / Bis nach Mitternacht tagte der Gemeinderat am vergangenen Mittwoch. Oppostionelle Aufregung gab es bei vielen Punkten. Im Mittelpunkt stand die Diskussion um die Vergabe des Freibadrestaurants. Drei Interessenten hatten sich beworben.

Bereits im Vorfeld schäumten Grünen-Stadtrat Robert Necker und SPÖ-Stadträtin Karin Hirczy-Hirtenfelder, weil ihnen die Einsichtnahme in die Unterlagen verwehrt blieb. In der Gemeinderatssitzung darauf angesprochen konterte Bürgermeister Willi Thomas, dass die Konzepte einmal bei der Wirtschaftskammer zur Überprüfung waren und einmal für eine Besprechung gebraucht wurden. „Unglückliche Umstände“, so der Stadtchef. Dem schenkte Necker wenig Glauben und schaltete am Dienstag die Gemeindeaufsicht ein. „So kann man nicht arbeiten. Wir hoffen, dass Thomas in die Schranken gewiesen und auf seine Pflichten aufmerksam gemacht wird“, sagt Necker. Den Ortschef beeindruckt das nicht. Er argumentiert damit, richtig gehandelt zu haben.

Zwei Bewerber reichten sehr ausführliche Konzepte ein, wobei einer sogar bereit war, mehr als den geforderten Pachtzins zu zahlen. „Der Dritte lieferte kein Konzept, sondern einen Brief, in dem er sein Interesse bekundete und anmerkte, dass ihm der Pachtzins zu hoch ist und er weniger zahlen werde“, erklärt Necker. Laut Ausschreibung hätte der Pächter pro Badegast 0,29 Cent bezahlen sollen, angeboten wurden aber 0,25 Cent.

In geheimer Abstimmung erhielt aber ebenjener Anbieter die meisten Stimmen, was für Empörung sorgte. Zufällig stand er auch auf der ÖVP-Kandidatenliste für die Gemeinderatswahl. Necker: „Die ÖVP verwendet ihre Mehrheit für ,Freunderlwirtschaft‘ und schadet damit der Gemeinde. Die Wähler werden sich ihre Meinung bilden.“ Entrüstet ist auch SP-Stadträtin Karin Hirczy-Hirtenfelder. „Gebühren erhöhen, aber Einnahmen verschenken, das ist nicht die Wirtschaftsphilosophie der SPÖ, da machen wir nicht mit. Der Stadtgemeinde entgehen durch diese Vorgangsweise und die hastige Abstimmung 12.000 Euro. Bei der Kritik geht es nicht um die Bewerber, sondern darum, wie Politik gemacht wird und darum, dass Einnahmen verschenkt werden, die wir aber dringen brauchen würden.“ Für Thomas geht das trotzdem in Ordnung, weil „der neue Pächter die Miete bereits im Voraus zahlt, wir nicht bis September auf das Geld warten müssen und schon jetzt damit arbeiten können.“