Erstellt am 09. Mai 2012, 00:00

Wolf folgt auf Vadasz, Lang ist Listenzweiter. ABSTIMMUNG / Nur einige Tage vor der Entscheidung zog Gilbert Lang seine Bewerbung als Bürgermeisterkandidat zurück.

Joachim Wolf soll, wenn es nach der ÖVP geht, Stadtchef werden.  |  NOEN
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VON SARAH BAUMGARTNER
GÜSSING / Paukenschlag innerhalb der ÖVP Güssing. Am Montag, nur fünf Tage vor der Wahl zum Spitzenkandidaten für die Bürgermeisterwahl am 7. Oktober, zog Gilbert Lang seine Bewerbung zurück. Lange habe er über diesen Schritt nachgedacht: „Je näher der Tag gekommen ist, desto mehr habe ich nach einer Lösung gesucht. Ich habe mir die Entscheidung sicher nicht leicht gemacht“, sagt Lang im Gespräch mit der BVZ.

Als Stadtchef hätte er seine Tätigkeit als stellvertretender Amtmann wohl aufgeben müssen, das wollte er aber nicht. Das weiß auch Bürgermeister Peter Vadasz: „Beide Tätigkeiten wären sich zeitlich nicht ausgegangen, nicht in Güssing. Rechtlich wäre es aber möglich gewesen.“ Sein Job ist Mitgrund für Langs Absage: „Ich bin gern dort, wo ich jetzt arbeite und möchte dort auch weiterhin bleiben.“

Für Gilbert Lang ändert  sich somit nicht viel

Er wird nach Joachim Wolf auf der Liste der ÖVP stehen und als Vizebürgermeister kandidieren. „Wir bleiben beide erhalten, Joachim und Gilbert“, so Lang. Gerüchte, er sei unter Druck gesetzt worden, weist er aufs Heftigste zurück: „Es war rein meine Entscheidung – eine gute für Güssing und mich.“ Seine Absage teilte er den anwesenden ÖVP-Mitgliedern bei der Versammlung mit: „Es gibt Abnützungserscheinungen und physische und psychische Entwicklungen, die man beachten und auch ernst nehmen muss. Ein kritischer Umgang mit der körperlichen und seelischen Entwicklung ist da einfach notwendig. Mit Joachim Wolf wird ein anerkannter und überaus motivierter Unternehmer die Liste anführen – und ich bleibe als Nummer zwei im Team“, sagt Lang.

Durch den Rückzug von Lang war klar, dass Wolf zum Spitzenkandidaten gewählt werden würde. Bei einer offenen Abstimmung per Handzeichen haben sich alle anwesenden ÖVP-Mitglieder für ihn ausgesprochen. Er steht somit als Bürgermeisterkandidat der ÖVP für den 7. Oktober fest. In einer ersten Reaktion meinte er: „Ich liebe Güssing. Meine Familie und auch mein Betrieb sind hier zu Hause.“ Wolf will vor allem „die Bürger mit ins Boot holen und in Entscheidungen einbinden“. Als Konkurrent zu Lang habe er sich nie gesehen: „Ich hätte Gilbert sicher unterstützt.“

In zwei bis drei Wochen möchte er ein Team für die Wahl zusammenstellen. Lang steht für ihn auf dieser bereits als Nummer zwei fest. Die Liste soll mit Persönlichkeiten aus den Bereichen Wirtschaft, Recht, Bildung und dem öffentlichen Dienst aufgefüllt werden. „Die Wähler sollen mich am 7. Oktober nicht nur ankreuzen, sondern mit mir zusammenarbeiten“, lautet sein Anliegen. „Gemeinsam“ ist eines der Schlagwörter von Wolf. Er will auch mit anderen Fraktionen enger zusammenarbeiten.

Neben Wolf fiel auch Noch-Stadtchef Peter Vadasz ein Stein vom Herzen: „Es herrschte eine gewisse innere Spannung, man weiß ja nie, was bei einer Abstimmung passieren wird. Aber alles hat sich in Wohlgefallen aufgelöst, es gibt keinen Verlierer.“

Peter Vadasz bleibt noch  bis Oktober Stadtchef

Vadasz zu Wolf: „Er hat das Zeug zu einem guten Bürgermeister, ist ein Wirtschaftsfachmann und wird die Sache gut machen.“ Vadasz ist überzeugt, dass Wolf den Weg der Erneuerbaren Energie weitergehen wird und „darüber hinaus noch eigene Akzente setzen wird.“ Vadasz bleibt bis zur Wahl Ortschef.