Erstellt am 15. Mai 2013, 00:00

„Zeig dir, was weh tut“. Bedroht /  Ein Arbeitsloser soll eine Bekannte mit Droh-SMS bombardiert und einem Barbesucher mit dem Finger ins Auge gefahren sein.

Von Elisabeth Kirchmeir

BEZIRK GÜSSING / Vor Gericht trafen in der Vorwoche ein arbeitsloser 44-jähriger Mann aus Stegersbach und eine 39-jährige Typografikerin zusammen, die aus Angst vor dem Erstangeklagten aus dem Bezirk Güssing bis nach Kärnten gezogen war.

Ihr warf die Staatsanwaltschaft vor, dem 44-Jährigen am 8. März 2012 1.400 Euro Bargeld und zwei Goldringe gestohlen zu haben, was die Frau jedoch bestritt. Mangels Beweisen wurde sie von dem Vorwurf freigesprochen.

Eine sexuelle Beziehung hatte es zwischen den beiden nie gegeben, die Frau hatte jedoch bei dem 44-Jährigen gewohnt. Zum Konflikt kam es, als er sie nicht gehen lassen wollte. Als sie die Wohnung trotzdem verließ, behauptete der Erstangeklagte, die Frau habe ihn bestohlen.

Die Typografikerin brach den Kontakt mit dem Mann, der eigentlich mehr von ihr wollte, ab und erhielt im Frühjahr 2012 eine Vielzahl seltsamer SMS mit bedrohlichen Inhalten.

SMS wirkten - Frau hatte Angst vor Attacke 

Absender soll der Arbeitslose gewesen sein. „Zeig dir was weh tun kann. Trete dir die Zähne raus…“, hieß es in einer der unerfreulichen Botschaften.

„Ich hatte Angst, dass er mich verfolgt und mir von hinten eine über den Schädel haut“, erklärte die Frau vor Gericht.

Am 6. September 2012 soll der Angeklagte einen 48-jährigen Mann in einem Stegersbacher Lokal vorsätzlich verletzt haben, indem er ihm mit dem ausgestreckten Finger ins linke Auge fuhr. Mit Drohungen versuchte der Angeklagte danach den Verletzten und Augenzeugen davon abzuhalten, Anzeige bei der Polizei zu erstatten: „Ich hau euch deppat, so dass ihr in einer Blutlacke liegt“, soll er gesagt haben.

„Er hat mich Zigeuner geschimpft“, erklärte der 44-Jährige, warum er in dem Stegersbacher Lokal in Rage geraten sei. Er sei dem Kontrahenten aber höchstens versehentlich mit dem Finger ins Auge gefahren.

Der Prozess gegen den Arbeitslosen wurde vertagt.