Erstellt am 02. Mai 2012, 00:00

Zeitzeuge erinnert sich zurück. HISTORISCH / Der Absturz des amerikanischen Bombers „B-24 J“, nur 500 Meter außerhalb des Ortskern, ist nach wie vor ein Thema. Die BVZ sprach mit einem Augenzeugen.

 |  NOEN
x  |  NOEN

VON SARAH BAUMGARTNER
BOCKSDORF /  „Gegen 13 Uhr ging – brennend an Häusern knapp vorbei (von Norden kommend) – in der Nähe der Straßenkreuzung in Bocksdorf ein amerikanischer Bomber nieder“, heißt es im Buch von Mark Bischof mit dem Titel „Das Ziel für heute: Wiener Neustadt – Der amerikanische Luftangriff auf die Wiener Neustädter Flugzeugwerke und der Bomberabsturz in Bocksdorf am 2. November 1943“. Fünf Besatzungsmitglieder verbrannten im Wrack, ein Offizier wurde aus dem Flugzeug geschleudert und war ebenfalls tot. Von weiteren fünf mit dem Fallschirm abgesprungenen Besatzungsmitgliedern blieb einer von ihnen tot an einem Baum hängen. Insgesamt kamen beim Absturz sieben Menschen zu Tode, vier überlebten.

Zeitzeuge Franz Schmaldienst kann sich noch gut erinnern, als das passierte. Er war damals 12 Jahre alt. Er, seine Schwester und auch andere Kinder liefen sofort zur Absturzstelle. „Die Explosionen der Bordmunition dauerten einige Stunden“, erinnert sich Schmaldienst zurück. Die überlebenden Flieger wurden festgenommen und nach Fürstenfeld gebracht.

„Die umgekommenen Soldaten wurden zunächst auf dem Ortsfriedhof Bocksdorf begraben, 1948 exhumiert und auf einem amerikanischen Soldatenfriedhof beigesetzt“, schreibt Bischof. Seine Mutter Johanna Bischof und sein Onkel Franz Schmaldienst waren als Kinder Zeitzeugen des Absturzes. Bischof wurde in der Schweiz geboren und lebt heute in den USA.