Erstellt am 20. April 2011, 00:00

Zwei Posten schließen und werden „Umkleide“. SCHLIESSUNG / Neben Inzenhof und Mogersdorf werden auch die Polizeiposten Eberau und Neuhaus „geschlossen“.

Landesrätin Verena Dunst und Landtagsabgeordneter Ewald Schnecker sind gegen die Umwandlung der Polizeidienst- zu Unterkunftsstellen. Sie befürchten dadurch einen Anstieg der Kriminalität im Süden des Landes. S. WAGNER  |  NOEN
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VON SARAH WAGNER

NEUHAUS AM KLAUSENBACH, EBERAU / Mitte Jänner wurde bekannt, dass im Burgenland acht Grenzpolizeiinspektionen (GPI) geschlossen werden sollen. Der Bezirk Güssing ist von der Schließungswelle mit der GPI Inzenhof und der Bezirk Jennersdorf mit der GPI Mogersdorf betroffen. Nun sollen laut Landesrätin Verena Dunst und Landtagsabgeordneten Ewald Schnecker (beide SPÖ) weitere zwei Polizeiinspektionen aufgelassen werden.

„In einem Bescheid des Bundesministeriums für Inneres vom 13. Jänner wurde Folgendes festgelegt: Die ehemalige GPI Eberau ist mit einer Systematisierung von null Planstellen künftig nur mehr als Unterkunftsdienststelle vorgesehen“, sagte Dunst bei einer Pressekonferenz in Güssing. Sie fügte hinzu: „Wir wollten die Pressekonferenz eigentlich in Eberau am Polizeiposten machen, da ist aber heute gar niemand dort.“

Was eine sogenannte Unterkunftsdienstelle ist, versucht Schnecker, von Beruf selbst Polizist, zu erklären: „Im Prinzip ist eine Unterkunftsdienststelle  nichts anderes als ein Umkleideraum für die Polizisten, so richtig anwesend wird aber keiner mehr sein.“

Eberaus Bürgermeister Walter Strobl (ÖVP) wartet noch auf ein offizielles Schreiben, weiß aber bescheid: „Für die Bevölkerung wie auch für das Personal wird sich nichts ändern. Die Polizisten sind schon seit langer Zeit nicht mehr nur auf der Dienststelle im Ort.“ Außerdem weiß Strobl, dass die Dienststelle Eberau schon länger gefährdet ist. „Ich bin froh, dass das Gebäude und die Polizisten erhalten bleiben und dass nicht ganz geschlossen wird.“

GPI Neuhaus/Klausenbach  wird auch zur Unterkunft

Auch die Dienststelle in Neuhaus am Klausenbach soll ab 1. Juli als Unterkunftsdienststelle dienen. „Wenn auch die GPI Neuhaus am Klausenbach nur mehr eine ,Umkleidedienststelle‘ ist, wird im Bezirk Jennersdorf ein Drittel der sechs Dienststellen geschlossen und Bürgermeister Helmut Sampt (ÖVP) hat nichts dagegen getan“, empört sich Landtagsabgeordneter Schnecker. Sampt nimmt Stellung: „Die Planstelle Neuhaus am Klausenbach wird mit 1. Juli geschlossen. Da aber alle 190 Polizisten des Bezirks weiterhin vor Ort stationiert bleiben, wird die Polizeidienststelle als Unterbringung genutzt. Die Sicherheit ist auf keinen Fall beeinträchtigt.“ Die SPÖ-Politiker werfen der ÖVP vor, davon gewusst zu haben und „als Verantwortliche nichts dagegen getan zu haben“. Dunst fügt hinzu: „Wo bleibt die Demonstration vor dem Ministerium? Vor dem Landhaus haben die Pinkataler auch für die Schule demonstriert.“ Rudolf Strommer, Sicherheitssprecher der ÖVP, dementiert die Schließung: „Eberau und Neuhaus am Klausenbach sind derzeit gar nicht im Gespräch. Acht andere Dienstellen stehen auf der Liste.“

Weiters wirft Dunst Nationalratsabgeordneten Franz Glaser Untätigkeit vor. Glaser wehrt sich im Gespräch mit der BVZ: „Ich habe kundgetan, dass ich mit dieser Entscheidung nicht zufrieden bin. Es handelt sich um einen gemeinsamen Beschluss der Bundesregierung. Die ÖVP Burgenland hat die Forderung deponiert, dass nach einer möglichen Schließung im Raum Eberau neue Investitionen im Sicherheitsbereich getätigt werden.“