Erstellt am 21. April 2015, 08:08

70 Jahre Kriegsende: Kinderbuch präsentiert. Passend zum Jubiläum 70 Jahre Kriegsende ist das zweisprachige Kinderbuch "Die kleine und die alte Maria - Mala i stara Marija" wieder als Reprint herausgegeben worden.

Jonas Ivancsics, Neffe des Autors, war einer der ersten Leser des neuen Buches.  |  NOEN, zVg
Das Buch erschien erstmals 2002, damals nur in burgenländisch- kroatischer Sprache. Die nun vom Autor Karl Knor überarbeitete Neuauflage erfolgte zweisprachig, mit deutschem und burgenländisch-kroatischem Text.

Inhalt beruht auf historischen Tatsachen

Zum Inhalt des Buches, der auf historischen Tatsachen aus der Kriegszeit in Neuberg beruht: Die kleine Maria ist tagsüber immer bei ihrer Oma, da die Eltern beruftstätig sind. Sie hat auch den gleichen Vornamen wie ihre Oma und beide mögen sich gerne. Als es nun Herbst wird, möchte die kleine Maria bei dem unwirtlichen Wetter nicht mehr in die Schule gehen.

Da erzählt ihr ihre Oma, wie ihre Kindheit damals im Kriege war. Die Oma gehörte zur kroatischen Volksgruppe, die zur Zeit des 2. Weltkrieges unter den Repressalien der damaligen Machthaber im Deutschen Reich schwer zu leiden hatten.



So stand damals die Schulfrage, die Frage nach der Unterrichtssprache plötzlich im Raum. Bisher wurden die Kinder nur Kroatisch unterrichtet, ab der Machtübernahme sollte dann ausschließlicht Deutsch unterrichtet werden. Dazu sollten auch die Eltern befragt werden. Der damalige Ortspfarrer Matthias Semeliker trat für die kroatische Volksgruppe und Sprache ein und wurde für sein Engagement für das Kroatische schließlich ins Konzentrationslager Dachau gebracht.

Projekt "Kindheit im Krieg" in Volksschule Neuberg

Die wenigen Eltern, die für die Beibehaltung der kroatischen Unterrichtssprache stimmten, wurde auch mit Represalien bedacht. So erfolgte der Unterricht der Kinder nicht im Klassenzimmer, sondern unter der alten Linde bei der Kirche, und dies auch bei schlechter Witterung.

Ein Jahr lang wurde diese kroatische Klasse so geführt, dann wurde auch die Lehrerin interniert. Und die Oma erzählt der kleine Enkeltochter auch, wie es war, als Fliegeralarm herrschte und die Kinder sich verstecken und schnell nach Hause laufen mussten.

Bewegt von den Erzählungen der Großmutter erkennt dann die kleine Maria, wie schön es eigentlich heute ist und welch schwere Kindheit ihre Oma durchleben musste. Das Buch wurde auch im Rahmen des Projektes der Volksschule Neuberg "Kindheit im Krieg" mit den SchülerInnen erlesen und besprochen.