Erstellt am 21. Oktober 2015, 15:25

1.500 Flüchtlinge in Spielfeld auf eigene Faust losgegangen. Falsche Informationen unter den Flüchtlingen über die Entfernung Deutschlands von Spielfeld könnte am Mittwoch laut Polizei zu dem Aufbruch von mehr als 1.500 Menschen zu Fuß Richtung Norden geführt haben. Als sie merkten, dass die Grenze zu Deutschland doch noch Hunderte Kilometer entfernt ist, dürften einige wieder umgekehrt sein, sagte Sprecher Fritz Grundnig zur APA.

 |  NOEN, APA (AFP)

Die Flüchtlinge erreichten noch vor 14.00 Uhr Vogau-Straß, wo sie in die Nähe der Kaserne Straß des Militärkommandos Steiermark kamen. Dort waren Soldaten mit Radpanzern entlang der Route der Migranten postiert. Ihre Präsenz stehe aber laut Gerhard Schweiger vom Militärkommando Steiermark in keinem Zusammenhang mit dem Assistenzeinsatz. Es habe sich um eine Übung gehandelt.

Andere Schutzsuchende setzten sich indessen offenbar zum Ausruhen neben oder sogar auf die B67, die Grazer Straße. Da die Menschen nicht hintereinander, sondern oftmals auch nebeneinander unterwegs waren, war die Bundesstraße in dem Gebiet nur unter erschwerten Bedingungen oder gar nicht passierbar.

In der Sammelstelle in Spielfeld hatte sich nach dem Durchbruch der Sperre die Lage wieder beruhigt. Am Nachmittag kamen nach wie vor Flüchtlinge aus Slowenien an, andere kamen auch von der B67 wieder zurück. Etwa 1.000 Migranten wurden gegen 14.00 Uhr vom Roten Kreuz vor Ort versorgt. Immer wieder fuhren Busse vor und brachten die Menschen in Notquartiere in ganz Österreich. Vorerst waren die Weitertransporte nur von Spielfeld möglich.

Wie mit den rund 1.500 Menschen, die Fuß Richtung Graz unterwegs sind, umgegangen werde, war am Nachmittag bei der Polizei noch unklar. Man versuchte aus einem Hubschrauber einen Überblick zu bekommen. Da sich auch Kinder unter den marschierenden Flüchtlingen befanden, sei nicht davon auszugehen, dass sie es noch bei Tageslicht zu Fuß bis nach Graz schaffen würden, meinte Grundnig.

4.300 Flüchtlinge wurden in der Nacht auf Mittwoch in Österreich in Notquartieren betreut, weitere 2.400 waren es an Sammelstellen bzw. Transitzonen. Das gab der Bundesrettungskommandant des Roten Kreuzes, Gerry Foitik, bekannt. Am Dienstagabend kamen 4.000 Personen in Spielfeld an. Da schließlich alle Unterkünfte überfüllt waren, mussten etwa 1.400 Personen die Nacht in Zelten verbringen.

150 Flüchtlinge wurden am Dienstag vor der österreichischen Grenze in Slowenien zurückgewiesen. Wie Polizeisprecher Rainer Dionisio am Mittwoch auf APA-Anfrage erklärte, waren die Flüchtlinge per Zug in Richtung Kärnten unterwegs. "Es handelte sich um eine Zurückweisung der österreichischen Polizei, die von der slowenischen Polizei in Jesenice durchgeführt wurde", sagte Dionisio.

Außer den 150 Flüchtlingen wurden in nachfolgenden Zügen noch einzelne weitere Personen zurückgeschickt. "Solche Zurückweisungen gibt es immer wieder, sie erfolgen im Rahmen der Grenzkontrollen", sagte Dionisio. Bei der Durchführung komme es immer auf die Verhältnismäßigkeit an.