Erstellt am 25. April 2015, 10:55

Traiskirchens Bürgermeister kritisiert "Massenlager" erneut. Mehr als 1.500 Flüchtlinge, davon über 900 unbegleitete Minderjährige, seien derzeit im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen untergebracht.

 |  NOEN, APA Archiv / Collage NÖN
Bürgermeister Andreas Babler (SPÖ) wies in einer Aussendung am Samstag einmal mehr auf diese untragbare Situation hin und forderte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), der er Versagen vorwarf, in einem offenen Brief zur Abschaffung des Massenlagers auf.

"Keinerlei geregelte Betreuungsstruktur"

Die Asylwerber müssten in einem alten, teilweise heruntergekommenen Gebäude auf engstem Raum leben, beschrieb Babler die Zustände. Die meisten Jugendlichen, die allein nach Europa geflüchtet seien, kämen aus Afghanistan. Sie hätten in Traiskirchen "keinerlei geregelte Betreuungsstruktur, kein Tagesprogramm, keine Beschäftigungsmöglichkeiten". "Seitens der Republik gibt es niemanden, der Verantwortung für sie übernimmt - keine Fürsorge, keine Ansprechpartner", sagte Babler.

Konflikte im öffentlichen Raum

Das Ergebnis des staatlich verordneten Nichtstuns sei "Herumlungern", es gebe Konflikte im öffentlichen Raum, auf Spielplätzen, in Parks und rund um das Bahnhofsgelände. Er habe es "genauso wie die Traiskirchner Bevölkerung" satt, permanent auf neue Modelle vertröstet zu werden und ständige Versprechungen zu bekommen, erklärte der Bürgermeister, dass seine Geduld am Ende sei.

Während die Innenministerin anlässlich der Flüchtlingstragödien von "europäischen Verantwortungen" spreche, schaffe sie selbst "so menschliche Schandflecke und Brennpunkte wie jenen im Massenlager Traiskirchen" nicht ab. Mikl-Leitner solle endlich die notwendigen Handlungen setzen, forderte Babler.