Erstellt am 06. Mai 2014, 13:45

1.700 Tonnen Müll jährlich auf Autobahnen. 1.700 Tonnen Abfall werden pro Jahr auf bzw. neben den österreichischen Autobahnen entsorgt.

Von Zigarettenstummeln bis zu defekten Fahrzeugen gibt es hier kaum etwas, das es nicht gibt - Gefahr, Ärger und Kosten inklusive. Die Asfinag startet nun die Bewusstseinskampagne "Mach keinen Mist" - Details der 400.000 Euro teuren Aktion wurden am Dienstag in Wien vorgestellt.

Meist ist es vor allem Gedankenlosigkeit, aber auch Unwissenheit oder schlicht Faulheit: Ein Viertel des gesamten Mülls, der im Netz der Asfinag entsorgt werden muss, landet nicht in den entsprechenden Containern. Rund 1.000 Mitarbeiter müssen diese Hinterlassenschaften händisch aufsammeln. 8,6 Millionen Euro kostet die Beseitigung von 6.300 Tonnen Gesamtmüll auf Österreichs Straßen.

Brennende Zigarettenstummel besonders gefährlich

Doch schon davor fällt der Unrat negativ ins Gewicht: Ein aus dem offenen Fenster weggeworfener Zigarettenstummel etwa schnell kann ins Auge gehen - im wahrsten Sinne des Wortes. Vor allem, wenn hinten auch offen ist: Dann kommt der Glimmstängel postwendend zurück, und das wahrscheinlich brennend, wie Physiker und "Science Buster" Werner Gruber anschaulich schilderte.

Gruber erklärte aus Sicht des Naturwissenschafters, inwiefern die unsachgemäße Entsorgung den Einzelnen betreffen. Aufgrund der Schwerkraft gefährdet - entgegen der populären Annahme - bei voller Fahrt Entsorgtes meist nicht direkt den Hintermann. Allerdings sei das Sicherheitsrisiko durch Unaufmerksamkeit nicht zu unterschätzen. Vor allem Führerschein-Neulinge kommen schnell ins Trudeln, wenn plötzlich und unerwartet ein Gegenstand bei hoher Geschwindigkeit gegen die Scheibe prallt.

88 Prozent für höhere Strafen

Glas- und Alu-Abfälle auf den oft bewirtschafteten Grünstreifen wiederum gefährden vor allem die Fauna: Kühe mit schweren Verdauungsproblemen nach dem Verzehr von Aluminiumresten seien ebenso ein Problem wie die Verletzung durch Glasscherben, schilderte der Leiter der Kuffner- und Urania-Sternwarte. "Grauslich, schade und traurig" findet der Ex-Raucher und leidenschaftliche Bahnfahrer ein derartiges Verhalten. 98 Prozent der Verkehrsteilnehmer sehen es als "Ärgernis" an, wenn Abfall während der Fahrt weggeworfen wird, so der Autobahnbetreiber. Aufgrund einer möglichen Verstopfung der Schlitzrinne warnten die Experten darüber hinaus vor der Müllentsorgung im Tunnel.

Der Großteil von 500 telefonisch Befragten leugnete allerdings, selbst zu dieser Problematik beizutragen. Höhere Strafen wünschen sich laut Asfinag-Geschäftsführer Josef Fiala 88 Prozent, allerdings fällt dies in die Zuständigkeit der Länder. In der Hauptreisezeit wird die Botschaft auf ausgewählten Routen in mehreren Sprachen vermittelt. Neben 110 Plakaten werden Radiospots und Inserate eingesetzt.