Erstellt am 08. Juli 2015, 13:45

von APA Red

14-Jähriger narrte mit Pkw Polizei. Eine nächtliche Spritztour mit dem Lieferwagen des Vaters hat einen 14-Jährigen in Graz vor Gericht gebracht.

 |  NOEN, APA (archiv)

Der Bursche war nicht nur mit einem 17-jährigen Freund verbotenerweise unterwegs, er überfuhr auch gleich noch mehrere Straßensperren, als ihn die Polizei stoppen wollte. Er wurde zu neun Monaten Haft verurteilt, davon eines unbedingt, das er mit der U-Haft aber bereits verbüßt hat.

Für den 14-Jährigen ist es nicht der erste Besuch bei Gericht: Im April wurde er bereits verurteilt, weil er seinem Großvater 3.000 Euro gestohlen hatte. Damit kaufte er für sich und zwei Freunde Mini-Bikes. Doch die reichten ihm offenbar nicht mehr fürs Fahrvergnügen, also "lieh" er sich das Auto seines Vaters. Mit diesem Lieferwagen - und einem Freund als Beifahrer - fuhr er im Mai in der Oststeiermark herum.

Als die Polizei mit Blaulicht hinter ihm her war, hatte der 17-jährige Freund die glorreiche Idee, den Streifenwagen, der überholen wollte, von der Straße zu drängen. "Die Polizisten haben den Rammversuch gemerkt und konnten einen Zusammenstoß verhindern", schilderte der Staatsanwalt.

Doch damit nicht genug: Insgesamt drei Straßensperren überfuhr das rasende Duo, bevor dann irgendwann Schluss war. "Wir wollten der Polizei davonfahren und uns im Wald verstecken", lautete die Rechtfertigung des 14-Jährigen.

"Wo haben Sie Autofahren gelernt?", fragte Richterin Gudrun Schmitt. "Zuhause, beim Zuschauen", antwortete der Beschuldigte. "Und das ist gleich gelungen, nie abgestorben oder so?""Nein", so der Befragte. "Aha, ein Naturtalent", kommentierte die Richterin. "Ist ja nicht so schwer", so der Angeklagte gelassen.

Die Richterin wollte den beiden Jugendlichen wegen dieser Fahrt nicht gleich die ganze Zukunft verbauen und beließ es beim 17-Jährigen bei einer Diversion, die 80 Stunden gemeinnützige Arbeit beinhaltet.

Der 14-Jährige kommt in eine betreute Wohngemeinschaft und erhält eine Psychotherapie, außerdem soll er die Schule abschließen, damit er irgendwann Geld verdient. Ob er die 3.000 Euro dem Großvater je zurückzahlen wird, blieb offen. "Das krieg' ich nie zurück, so alt werde ich nicht", meinte der Bestohlene resigniert.

Verurteilt wurde der Bursche zu neun Monaten Haft, davon eines unbedingt, das er mit der Untersuchungshaft aber bereits verbüßt hat. Der Beifahrer kam mit einer Diversion davon. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.