Erstellt am 17. Mai 2014, 21:42

17-Jähriger nach Messerstich in Lebensgefahr. Ein Streit um 20 Euro ist Samstagmittag in Wien-Leopoldstadt für einen 17-Jährigen mit lebensgefährlichen Verletzungen ausgegangen.

Die Auseinandersetzung war laut Polizeisprecherin Adina Mircioane gegen 12.00 Uhr in einer betreuten Wohngemeinschaft für unbegleitete minderjährige Asylwerber in der Fischergasse eskaliert. Ein 18-Jähriger rammte seinem Kontrahenten ein Küchenmesser in den Bauch.

Der mutmaßliche Täter hatte von dem 17-Jährigen vor eineinhalb Monaten 20 Euro geborgt, die dieser gerne wieder gehabt hätte. Seit etwa einer Woche kam es deshalb zu Auseinandersetzungen zwischen den beiden. So auch am Samstag: Laut Mircioane beleidigte der 17-Jährige die Mutter und die Schwester seines Widersachers. Daraufhin ging der 18-Jährige in die Küche und kam mit einem 30 Zentimeter langen Messer zurück.

Von Mitbewohnern entwaffnet

Die 17 Zentimeter lange Klinge rammte er seinem Gegner in den Bauch. Zwei Mitbewohner bekamen den Vorfall mit und entrissen dem 18-Jährigen die Waffe. Der Verdächtige flüchtete aus der Wohnung, während sich die anderen um das Opfer kümmerten und die Wiener Berufsrettung riefen. Der 17-Jährige wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Unter anderem dürfte er einen Darmaustritt erlitten haben.

Der Verdächtige stellte sich bereits nach kurzer Zeit in der Polizeiinspektion Praterstern. Er gab in einer Einvernahme an, er habe gewollt, dass die Beleidigungen seiner Familie endlich aufhören, und habe deshalb zum Messer gegriffen. Laut Mircioane stellte ein Journalstaatsanwalt die Verhängung der Untersuchungshaft über den 18-Jährigen in Aussicht.