Erstellt am 20. August 2015, 16:45

17-jähriger Obersteirer bei Lake Festival ertrunken. Ein 17-jähriger Obersteirer ist am Mittwoch beim Lake Festival in Unterpremstätten im Schwarzlsee ertrunken.

 |  NOEN, APA

Er war am Nachmittag beim Schwimmen mit zwei Freundinnen verschwunden. Am Donnerstagnachmittag fand man seine Leiche in etwa acht Metern Tiefe, hieß es bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am Veranstaltungsgelände. Nun wurde ein Badeverbot ausgesprochen.

Seit Dienstag waren die ersten Festivalgäste mit ihren Zelten und Wohnmobilen angereist und hatten den Schwarzlsee bevölkert. Am Mittwoch um 12.00 Uhr legte der erste von rund 120 DJs auf. Gegen 14.00 Uhr war der 17-Jährige aus Murau zusammen mit den beiden befreundeten Mädchen im nördlichen Bereich des Sees ins Wasser gegangen. Zusammen wollten sie den See durchschwimmen. Immer wieder hätten sich die jungen Frauen nach dem Burschen umgedreht, plötzlich sei er weg gewesen. Im Glauben, er sei umgedreht, schwammen sie weiter, erklärte Polizeieinsatzleiter Klaus Rexeis.

Als die Mädchen ihren Freund aber auch in den Stunden danach nicht finden konnten, bereits alle Freund durchtelefoniert hatten und keine Spur von ihm zu finden war, meldeten sie den Vorfall bei der Wasserrettung. Bis in die Nacht war nach ihm gesucht worden, wobei stets die Hoffnung da war, er könnte bei anderen Leuten am Festivalgelände untergekommen sein.

Donnerstagmorgen war die Suche mit Feuerwehrtauchern aus vier Bezirken zusätzlichen Booten und Rettern fortgesetzt worden. Kurz nach 13.00 Uhr entdeckten die Taucher schließlich die Leiche des Burschen etwa 100 Meter vom Ufer entfernt am Seegrund. Er war ertrunken. Darüber, ob er alkoholisiert war, gebe es laut Rexeis bisher unterschiedliche Angaben.

Für Veranstalter Klaus Leutgeb sei es der "schrecklichste Tag in seinem Leben". Unter Tränen gab er den Tod des Burschen bekannt und sprach der Familie tiefes Beileid aus. Als Konsequenz sei bis zum Ende des Festivals das Baden im See verboten. Alle 50 bis 100 Meter werden am rund 4,2 Kilometer lange Seeufer Schilder aufgestellt und dazwischen Absperrbänder gespannt, zusätzliche 30 Sicherheitsbedienstete werden rund um die Uhr das Verbot kontrollieren. Aus menschlicher Sicht sei das Festival abzubrechen: "Es ist unerträglich", meinte der Veranstalter. Doch aus rechtlicher und praktischer Sicht könne man die Tausenden Besucher nicht heimschicken.