Erstellt am 05. Juni 2014, 21:45

von APA Red

20 Jahre Haft wegen zweifachen Mordversuchs. Im Straflandesgericht Leoben ist Donnerstagabend ein 63-jähriger Obersteirer von einem Geschworenensenat des zweifachen Mordversuchs schuldig gesprochen worden.

Foto: Erwin Wodicka  |  NOEN, Erwin Wodicka

Das Urteil lautete 20 Jahre Haft plus 5.000 bzw. 3.000 Euro Geldstrafe im Strafverfahren. Weder Staatsanwalt noch Verteidiger gaben Erklärungen ab, somit ist das Urteil nicht rechtskräftig.

Der Mann war am 11. Mai des Vorjahres in die Wohnung seines Nachbars eingedrungen und hatte mit einer Pistole siebenmal durch die Türe geschossen, hinter der sich das Opfer und seine Frau verschanzt hatten. Der 36-jährigen Nachbar war drei Mal getroffen und schwer verletzt worden. Danach hatte der Täter die leergefeuerte Waffe der Ehegattin mit den Worten an den Hals gesetzt: "Jetzt bist zu dran."

Dem Schwerverletzten und seinem Vater war es gemeinsam gelungen, den Tobenden niederzuringen, ehe dieser nachladen konnte. Der Angreifer selbst hatte dabei Rippenbrüche erlitten. Der Tat vorausgegangen waren jahrelange Streitigkeiten. Schlussendlich hatte eine Anzeige bei der Polizei den mehrfach vorbestraften Mann zum Durchdrehen gebracht.

"Denkzettel" als Motiv

Vor Gericht (Vorsitz Richard Gollner) zeigte sich der Angeklagte im Fall der Schussabgabe geständig, auch wenn er die Tötungsabsicht bestritt. Er habe seinem Kontrahenten nur einen Denkzettel verpassen wollen, lautete seine Verantwortung. Daran, dass er auch der Frau die Waffe angesetzt hat und sie bedroht hatte, wollte sich er sich nicht mehr erinnern können.

Weil aber ein grundsätzliches Geständnis vorlag, entschied der Senat, die auf zwei Tage anberaumte Hauptverhandlung zu verkürzen und auf die für Freitag geplante Erörterung des gerichtsmedizinischen Gutachtens sowie die Vorführung des Videos von der Tatrekonstruktion zu verzichten. Die Geschworenen sprachen den Obersteirer nach längerer Beratung einstimmig bzw. mit 6:2 Stimmen schuldig.